Suchergebnisse zu usability

 

Alle 39 Artikel zu der Suche "usability" auf hogenkamp.com:

Was ich mag:
Frauen mit guter Rechtschreibung

Peter Hogenkamp, 8. März 2007 um 14.58 Uhr , 6 Kommentare Kommentare

Wo ich das heute-PDF schon mal offen habe, schnell noch ein Wort zu Maya, 31, Pflegefachfrau aus Buchs SG:

heute Rechtschreibefehler 2007-03-06

Das nervt mich: Rechtschreibefehler, ungepflegtes Aussehen.

Tja, ich bin völlig einverstanden (ausser wenn ich gerade meinen ungepflegten Tag habe), aber, liebe Maya, ich fürchte «Rechtschreibfehler» hat kein e (Das ist ein Fugen-e, oder?) in der Mitte. So steht’s jeweils im Duden (23. Auflage, aber das wird sich wohl zur 24. nicht geändert haben und 24. Auflage). Nur wissen wir nicht, ob diese Seiten ein Redaktor tippt oder die Leute selbst.

Vor vielen Jahren, etwa 1982, und natürlich nur zu Usability-Testzwecken, hatte ich mal ein Profil bei FriendScout24 (die Usability ist grauenhaft, aber die vom Schweizer Marktführer Partnerwinner erst recht) und im unvermeidlichen Fragebogen “Wie sieht Ihre Traumfrau aus?” geschrieben: “Sie kennt das Substantiv zu spontan”, weil es mich so nervte, dass alle Frauen bei guten Eigenschaften immer “Spontanität” schrieben, wo es ja “Spontaneität” hätte heissen müssen, zu meiner Zeit ein beliebtes Diktatwort. Ich bekam erstaunlich viele Zuschriften auf genau diesen Punkt – erschütternderweise waren unglaublich viele falsch, aber dafür mit umso mehr Verve vorgetragen (nach dem Motto: “denkst wohl, ich bin doof!”)

Dummerweise war schon die Rechtschreibreform im Schwange und hatte inzwischen beides erlaubt (heute steht im Duden: “Spontaneität, seltener Spontanität”), worauf mich eine Lehrerin hinwies; die einzige überhaupt, die wusste, dass das Wort reformiert worden war. Der Witz war weg, ich war kuriert und ich zog mich aus dem Onlinedatingmarkt zurück.

Maya-Update: Hm, war jetzt nochmal schnell auf der heute-Website unter Community, und dort habe ich nur Manuela, 30, aus Buchs SG gefunden (Habt Ihr Ostschweizer Wochen bei heute? Sieht auch aus, als sei sie am selben Ort fotografiert.), aber das ist nicht dieselbe. Maya finde ich nirgends. Wie ist denn dieses Popup Alle User aus der Zetung… sortiert? Random? Wie findet man dort jemanden von gestern?

Pöhms Websites sind keine Gerade

Peter Hogenkamp, 14. Februar 2007 um 19.01 Uhr

Lese gerade von Matthias Pöhm das Buch Präsentieren Sie noch oder faszinieren Sie schon? Der Irrtum Powerpoint

3636062654.01

Habe mir also heute mal seine Websites angeschaut.

poehm-com 2007-02-14 02

“Das Leben ist keine Gerade – machen Sie sich einen Spass daraus”, sagt Pöhm, und wie eine Sammlung von Carrera-Loopings sehen auch seine Websites aus, auf denen man auch nicht gerade zum Ziel kommt, sondern wie in einer Wundertüte überall etwas Neues findet. Eigentlich sind es mehrere verschiedene, ineinander verwobene Websites, bei denen man nie genau weiss, auf welcher man gerade ist:

www.poehm.com: Blau auf Blau, daher sehr gut zu lesen, mit so einer Popup-Navigation, wie man es früher gemacht hat, bei der man sich anstrengen muss, im rechten Winkel zu navigieren – und die auch noch in Firefox nicht richtig funktioniert (rechts abgeschnitten).

poehm-com 2007-02-14 01

www.schlagfertigkeit.com: Immerhin nicht blau, dafür mit langer, flacher Navigation (u.a. Sprüche bei Anmache, Sprüche zum Chef, Sprüche für Schwule, Sprüche zu Beziehungen).

www.seminarfactory.de (Titel “Rhetorik-Seminar”) und www.rhetorik-seminar.ch (Titel “Rhetorikseminar”): Diese beiden scheinen inhaltlich das gleiche zu sein, nur unter verschiedenen URLs

www.rhetorik-kurs.ch (Titel “Rhetorikkurs”): Website, die alle seine Newsletter zusammenfasst.

Zwischenfazit: Laut Pöhm soll man auf den Punkt präsentieren. In seinem Buch stehen Regel wie: “Auf einer Folie darf nur eine Botschaft stehen” oder “Die Botschaft einer Folie muss in zwei Sekunden zu erfassen sein” oder “Jedes Element, das der Hauptbotschaft Leseenergie wegfrisst, muss von der Folie weg” .

Das finde ich alles gut und nachvollziehbar. Nur: Wieso sind die Websites dann so ganz, ganz anders? Was macht der komische Strassenlooping auf der Homepage?

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: So sehr Pöhm beim Präsentieren auf Reduktionismus setzt, so überladen und unübersichtlich sind seine Websites. Da hat wohl nur der Suchmaschinenoptimierer etwas zu sagen gehabt, die Usability stand hinten an: Pöhm wollte offensichtlich bei den entscheidenden Suchbegriffen vorn sein, und das klappt auch: Bei den Suchbegriffen Schlagfertigkeit, Rhetorik Seminar und Rhetorik Kurs kommt er gut weg mit Positionen innerhalb der Top 3, und zur Sicherheit schalten Pöhms Leute jeweils noch Google Adwords.

Inhaltlich haben sie durchaus lustige Ideen: So kann man unter Verbesserungswürdige Redner Leute verpfeifen, bei denen man sich schrecklich gelangweilt hat, die Pöhm dann anschreibt (ohne Bezug auf den Anschwärzer zu nehmen). Finde ich super, werde ich sicher mal machen.

In Sachen Suchmaschinenmarketing fährt er noch einen lustigen, sehr unverhüllten Ansatz, den so ich noch nie irgendwo gesehen habe: Unter dem Navigationspunkt “33.- Euro CD geschenkt” verschenkt er eine CD und ein Hörbuch gegen einen Link – je nach PageRank des Verlinkenden. Ab PageRank von 3 bekommt man die CD “Schlagfertigkeit mit Spass“, ab PageRank 4 noch ein Hörbuch seiner Wahl dazu. (Mein Suchmaschinenoptimierer sagt zwar, alles unter 5 können man auch vergessen, aber ich kann das nicht beurteilen.)

Sie schreiben sogar explizit, wie man verlinken soll. So nämlich:

Präsentieren Sie noch, oder faszinieren Sie schon?
High-Level Rhetorik beim “besten Rhetoriktrainer im deutschsprachigen Raum” (Nordwest Zeitung)
Matthias Pöhm Rhetorik-Seminar

Schlagfertigkeit ist lernbar.
Tipps, Tricks, Techniken, Seminare. Und die Antwortbibliothek, mit knackigen Antworten auf die 250 am häufigst zu hörenden Angriffe.
Matthias Pöhm Schlagfertigkeit

Traumberuf Trainer.
Lassen Sie sich zum Trainer ausbilden von der Nummer 1 zur Schlagfertigkeit und Rhetorik. Inklusive Lizenz!
Matthias Pöhm Trainerausbildung

Tja, wir haben hier PageRank 5, also dann mal her mit den CDs. Wenn sie da ist, höre ich sie mal durch, schreibe vielleicht noch was und verlose ich sie dann hier an die lieben Lesenden.

Und was die Websites angeht: Ich würde alles auf einer konsolidieren, eine konsistente Informationsarchitektur bauen und für die o.g. Begriffe gescheite Landing Pages bauen; mit der konsolidieren Site sollte man bei den Suchmaschinen wohl nicht schlechter dastehen als mit diesem Sammelsurium – aber die Conversion (Anzahl Leute, die etwas bestellen, nachdem sie auf eine der Websites gestossen sind), dürfte um einiges besser werden.

PS. Hmpf. Wollte das eigentlich bei nutzbar.ch posten, aber da ging’s irgendwie mal wieder nicht – komische Fehlermeldungen beim Hochladen der Bilder. Muss es leider dort trotzdem noch cross-posten, weil ich hier noch keinen PageRamk von 5 habe, und ohne Abgreifen der CDs ist ja der Witz weg.

Weissbuch-Seminar 2007

Peter Hogenkamp, 1. Februar 2007 um 12.14 Uhr

Bin beim Weissbuch-Seminar 2007 von Röbi Weiss.

(Ein Weissbuch ist ja eigentlich was anderes, aber weil er halt so heisst, vermarktet er seit Jahren seine Studien des Schweizer IT-Marktes unter diesem Titel – mit dem hervorragendem Erfolg, dass er praktisch Monopolist in der Schweiz für diese Daten ist, die ja sehr viele Leute brauchen. Entsprechend kostet es auch ein bisschen.)

Zum ersten Mal wurde das Seminar geteilt: Gestern war der Numbercruncher-Tag für Journalisten (bei dem sich die Nicht-Journalisten früher offenbar ein bisschen gelangweilt haben), über 100 waren da, die auch schon einiges geschrieben haben über “Schweizer PC-Markt eingebrochen”. Christoph Hugenschmidt hat einmal mehr die griffigste Headline gefunden: “Weiss sieht rot” (obwohl das mehr für 2006 galt als es für 2007 gelten sollte). Heute läuft der Tag für die Nicht-Journalisten: zuerst das von gestern nochmal als Management-Summary (55 Minuten, find’s echt nicht schlimm, dass ich nur die Kurtversion gesehen habe :-), angereichert um ein paar Vorträge, von denen ich einen zu “Web 2.0″ gemacht habe. (Ich frag mal Röbi, ob er mir ein paar von seinen Folien als Teaser gibt; dann stell ich die hier noch rein.)

An meinem Vortrag war einmal mehr interessant, dass ich Dinge gezeigt habe, die ich alle schon eher lauwarmen Kaffee empfinde, die Leute aber emsigst mitgeschrieben haben. Auch Moderator Guido Wemans meinte, er wollte am Wochenende mal einiges absurfen.

Viel Spass! Zur Vereinfachung hier die Links aus meiner Präsentation:

Einführung

Trend 1: AJAX

Trend 2: User-generated Content/Social Networking

Trend 3: RSS

Die Folien selbst folgen.

Datenschutz vs. Convenience:
für viele keine Frage

Peter Hogenkamp, 30. Januar 2007 um 16.41 Uhr , 6 Kommentare Kommentare

Kathrin Passig hat in der Reihe “Das nächste grosse Ding” (gibt’s auch schon als Buch) einen tollen Text mit dem Titel “Public Private Partnership” über Datenschutz geschrieben, den ich fürderhin immer verlinken werde, wenn jemand sagt: “Iiih, Google, die kriegen meine Daten nicht!”

BerlinerZeitung 2007-01-30

Datenschutz und Datensicherheit sind Themen, die vor allem Journalisten und Datenschützer wahnsinnig wichtig finden. Man muss über irgendwas reden, was neu und modern ist, da kommt reflexartig die Frage nach dem Datenschutz zurück. Weil Journalisten ja gelernt haben, nicht immer so euphorisch zu sein, sondern auch mal kritisch zu reflektieren und an mögliche Nachteile zu denken – und der mit dem Datenschutz ist halt so saueinfach, dass man gar nicht nachdenken muss.

Was die User angeht, sind beides Themen, bei denen man andere Aussagen bekommt, wenn man eine Umfrage macht, als wenn man das Verhalten der Leute beobachtet (was wir bei Zeix ja schon immer sagen, dass Beobachten/Testen viel wichtiger ist – alle Online-Umfragen kann man bis auf wenige Fragen eh vergessen).

Befragt sagen alle immer: “Ja, ist mir ganz wichtig” – und dann machen sie aber jedes Gewinnspiel mit, haben diverse Bonuskarten, klicken auf Affiliate-Links, tippen überall ihre Daten ein (alles Datenschutz-Beispiele), und nehmen als PIN ihr Geburtsdatum, als Passwort den Namen des Freundes und notieren sich solche Sachen auf dem klassischen Post-it am Monitor (alles Datensicherheit). Das ist zum Teil vielleicht wirklich immer noch mangelnde Aufklärung, aber oft ist es nur der Tradeoff “diffuse Unsicherheit versus Convenience”, bei dem ganz viele Leute sich einfach für die Convenience entscheiden, fertig; ätsch, Datenschützer.

Wohlverstanden, bevor Fachleute wie mds kommen und mir widersprechen: Natürlich kann man nicht alle Leute über einen Kamm scheren, natürlich mögen viele Bedenken berechtigt sein, und natürlich gibt es auch Leute, die verantwortungsvoll mit ihren Daten umgehen. Ich rede aber hier nicht von c’t-Lesern, sondern von Dutzenden und Hunderten von Usern, die ich privat und bei Usability-Tests seit Jahren beobachtet habe.

Das Feature, das Kathrin im Artikel beschreibt, dass der Staat alle meine Handy-Zahlungsvorgänge weiss und ich daher keine Steuererklärung machen muss, finde ich total super, das würde ich heute noch abonnieren. Wie GMail, Google Docs, Skype, Flickr, Blogs etc. etc. auch.

[Ich bloggte auch schon zweimal bei nutzbar.ch zu ähnlichen Themen: Aufgeblasener Spion in der Mailbox und Facts bläst müde "Tricks" auf.]

DLD:
“Where are the editors?”

Peter Hogenkamp, 23. Januar 2007 um 13.00 Uhr , 4 Kommentare Kommentare

(Den Post kann ich leider erst mit einem halben Tag Verspätung abschliessen. Ohne funktionierenden Online-Zugang kann ich leider nicht livebloggen. Der Vorteil ist andererseits, wenn man ein bisschen wartet, dass alle Profi-Fotos bei Flickr sind, und ich mein nicht mein Laiengeknipse nehmen muss. Ach, was wäre das schön, wenn auch jemand die Slides zu Flickr hochladen würde.)

Bin beim Panel “Where are the editors?” – als Untertitel kann man sich laut der Einführung von Moderator Jochen Wegner aussuchen: “news without mediators” oder “media without journalists”. Das Panel findet im Keller statt, das WLAN connected, disconnected, connected, disconnected – schlimm. Wenn ich nichts nachschauen kann, muss ich alles nacheditieren.

366424095 48c5ff72e8Tariq Krim von Netvibes beginnt (Foto von ihm während dieses Panels, das ich nicht verwenden darf) . Er scheint ein bisschen nervös: “This will be my first presentation on a Mac. I just switched a few days ago.” Schon wieder einer. (Finde, er sollte andere Übergänge nehmen als die Schrift, die einem aus dem Slides entgegenfährt.)

Sie haben 10 Millionen User nach 15 Monaten. Durch Mithilfe der User wurde Netvibes in 80 Sprachen übersetzt.

Trends und Erfolgsfaktoren von Netvibes seiner Meinung nach:

  • - end of the web page
  • - end of the browser
  • - “deportalization”: man kann sich demnächst aus grossen Portalen aussuchen, welcher Bereich einen interessiert – z.B. ich will nur die Section “International Politics” auf meiner Seite haben.

Das mit der “Deportalization” ist ein guter Punkt (klingt allerdings ein bisschen nach Deportierung). Ich könnte bei Spiegel online nur Politik und Netzwelt rausziehen, dann würde ich nie mehr Panorama sehen müssen.

366402116 684b76283c bJim Spanfeller von Forbes.com – erfolgreichste Medienwebsite der Welt mit 20 Millionen unique users pro Monat. Eigentlich sagt er nur einen Satz: “The role of the editor will always be important.” Forbes macht regelmässig Umfragen, welches Medium die Leute am Morgen als erstes nutzen – jahrelang natürlich die Zeitung holen. 60% der Leute sagen heute, sie gehen zuerst ins Web. Wissen wir aber auch schon.

Craig Newmark tut mir schon den ganzen Tag etwas leid, weil er hier rumschleicht und offenbar niemanden kennt und niemand ihn kennt. Hab schon zu ein paar Leuten gesagt, hey, da ist Craig Newmark, und alle antworteten nur: “Wer?” – Ich: “Der von Craigslist.” – “Wo-von?” (Dazu passt auch, dass es bei Flickr kein einziges Foto von ihm an der Konferenz ginbt. Muss mein eigenes nehmen.)IMGP0058

Craig fängt an zu reden: “Something that I started some five years ago is this Craigslist thing…” und hat schon meine volle Bewunderung. Er erklärt, wie die Firma seiner Meinung nach funktioniert: “There’s our CEO Jim Buckmaster and me who are trying to run it. There are no MBAs or anything like that on the team, we just do what we feel is right.” – “We now have 6 Billion pageviews a month.” 6 Milliarden! Wow.

Da es hier um user generated content geht, erklärt er, wie “Flagging” funktioniert. Wenn genug Leute ein Post als “abusive” flaggen, wird es entfernt. Die Software versucht ausserdem, Muster zu erkennen, so dass den Admins auch Posts gemeldet werden, die noch nicht geflagged wurden. Er sagt, er habe das gerade vorher wieder gemacht, denn er arbeitet als Customer Service Rep (!) bei Craigslist. (Der Chef und Namensgeber macht selbst Support. Man stelle sich das etwa bei Sevenload vor, dessen CEO hier auch wieder sehr geschniegelt herumsteht – mit genau der gleichen Körperhaltung wie auf seiner Website.)

Craig spricht von Spam und Scam (Betrug), dem sie auf diese Art begegnen wollen – dann plötzlich ein Exkurs: Er entschuldigt sich, dass sie vor einiger Zeit auf diesen auf diesen Scam reingefallen sind, der jetzt so schwer wieder loszuwerden ist (bis dahin denkt man noch, er rede von Craigslist) mit diesen “Weapons of Mass Destruction” (er meint den Irak-Krieg). Aber jetzt seien sie daran, diesen Scam ein für alle mal loszuwerden. Applaus auf offener Szene.

Er redet noch weiter, frei, aber mit einem kleinen Spickzettel in der Hand, und klingt die ganze Zeit leicht ausser Atem, als wäre er etwas aufgeregt, vor Publikum zu reden. Am Ende scheint er froh, dass er es hinter sich hat, und sagt zusammenfassend: “Well, I could go on like that forever and hear my voice for hours, but that’s it.” Der sympathischste Internetstar, den ich je gesehen habe. (Allerdings wusste ich da noch nicht, dass direkt danach Arianna kommt.)

Caterina Fake von Flickr ist schwanger (stimmt, habe sie vorhin auf der Empore gesehen, wir passsten knapp aneinander vorbei) und musste sich ein wenig hinlegen. (Einen Tag später rannte sie wieder umher, also kein Grund zur Sorge.)

366424072 4a9c0bac19Arianna Huffington ist in Griechenland geboren und spricht Englisch mit einem ziemlich deutlichen Akzent. Sie hält eine sehr politische Rede und bashed die alten Medien, wo es nur geht. Sie bezeichnet den Morgen, als die New York Times eine Geschichte über Saddam Husseins Suche nach Aluminiumröhren zur Anreicherung von Uran auf der Titelseite hatte, als den “Tiefpunkt der alten Medien”. (An dieser Stelle werde ich abgehängt, weil ich den Artikel suche – hier ist er auf einer privaten Website – aber sowohl mit WLAN als auch mit UMTS scheitere. Schade, denn Arianna hält eine feurige Rede gegen die etablierten Medien, und sie ist sehr, sehr direkt.

In der Einleitung sagt sie, sie haben 800 Blogger, alle sind unbezahlt. Dann aber, sie habe soeben die ersten beiden politischen Reporter bei der New York Times und bei Newsweek abgeworben. Wirklich abgeworben, indem sie gesagt hat: “Kommt zu mir, ich zahle auch nichts”? Das muss ich nochmal genauer rausfinden.

Sie hat Arthur Schlesinger überredet mizubloggen – er faxt seine Beiträge. Jemand anders hat mal seine Notizen auf ein paar vollgeschriebene Seiten auf einem Notizblog persönlich vorbeigebracht, und ein Editor hat sie abgetippt. Esther Dyson (sitzt in der ersten Reihe, moderiert morgen ein Panel) hat gerade angefangen, für Huffingtonpost zu bloggen.

IMGP0058David Sifry von Technorati (anderes Foto, das ich nicht verwenden darf) . Erzählt überhaupt nichts Neues, ich habe ihn allerdings auch neulich erst in Paris gesehen, und wer erzählt schon alle paar Wochen was Neues. (Es sind diverse Leute hier, auch in Paris waren, auch Martin Varsavsky, der neben mir sitzt – wenn ein paar davon auch noch nach Genf zur lift kommen, sehe ich sie dreimal in zehn Wochen und damit öfter als viele Freunde.)

In der Fragerunde kommt dann doch noch was. Der Moderator sagt: “Someone said no design is the best design, like at Google.” Da muss David aber auf das heftigste widersprechen: Wenn Ihr denkt, Google hätte kein Design, habt Ihr keine Ahnung. Die machen Usability-Testing, Prototyping, Eyetracking und so weiter. Die Ergebnisseite von Google sei ein Designwunder (“design marvel”).

Noch was. Offenbar gibt es neben den “80 Millionen Blogs”, die er immer zitiert (und von denen ja jeder sagt, ja ja, die meisten sind aber inaktiv und/oder irrelevant), eine Kategorie, die Technorati als relevant ansieht: die mit mehr als 20 inbound links. Von denen gibt es 3 Millionen. Immerhin. (Wobei man sogar noch sagen könnte, dass Technorati ja nur die Links aus Blogs zählen kann; aber wer 20 mal in klasischen Medien zitiert wird, wird’s natürlich in Blogs erst recht.)

Esther Dyson stellt eine Frage bzw. macht ein Statement und stellt sich sympathischerweise hinter dem Publikums-Mikrofon an. Nicht soHubert Burda (Foto währenddessen, das ich nicht verwenden darf). Er schnappt sich das Mikrofon, klettert auf die Bühne und hält eine zehnminütige, recht unstrukturierte Rede. Mir bleibt nur eins im Kopf: Als sie anfängen mit digitalen Medien, dachten alle, das wird nichts Relevantes werden. Heute machen sie eine Milliarde Umsatz mit “traditional media” und etwa 500 Millionen mit “digital media”.

Holm Friebe stellt auch noch eine Frage zu Businessmodellen für Blogs (Du weisst, Du bist bekannt, wenn Dein Foto bei Flickr vom Fotografen mit Deinem Namen versehen wird). Er löst nochmal eine ganze Runde von Antworten vom Panel aus.

David Sifry antwortet. Er nennt die oberste Ebene die Spitze des Eisbergs: “direct compensation” (Adwords, affiliate marketing, Federated Media etc.). “The other 99%” (sind nicht bei einem Eisberg 6/7 unter Wasser?) sind die Blogs, die zu anderen Zwecken geschrieben werden: um sich Gehör zu verschaffen, um das eigene Consulting-Business zu fördern, um Einladungen zu Events wie zu diesem zu bekommen und so weiter. Es geht um Einfluss, und wer den bekommt, braucht kein Geld mehr oder bekommt das dann anderweitig.

Arianna sagt auch schon etwas sehr schönes: “Charging for content is not a good idea – unless you are charging for porn, and especially weird porn.”

Das Schlusswort hat Craig Newmark, als er nach seiner Exit Strategy gefragt wird. Er sagt: “My exit strategy is basically death.”

Fazit: Arianna Huffington und Craig Newmark sind ja sowas von cool, beide auf ihre Art. I’m a fan!

PS. Esther Dyson ist hier nicht richtig aufgetreten, aber auch sehr cool, wie sie in der Pause dasitzt und bloggt:

366424043 8988addd64

Tags: , , , , , , ,

Fotos: Ulf J. Froitzheim (3), Peter Hogenkamp (2) (die beiden, denen man es ansieht :-)

Schade, Viseca, keine Firmenkarte verkauft

Peter Hogenkamp, 30. November 2006 um 12.07 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Viseca, Du Kartenherausgebeorganisation u.a. der Kantonalbanken, ich schrieb im Mai schon mal über Deine Formular-Usability. Auch sonst hast Du nicht nur gute Blogpresse.

Nun wollten eine Kreditkarte für Blogwerk bestellen. Bei “gewünschte Globallimite für Firmen” hatte Ronnie CHF 5’000 eingetragen; hätte ich auch genommen. 3’000 würden auch locker reichen, vermutlich sogar 1’000. Wir brauchen die Karte vor allem, um damit online zu bezahlen, mal eine Software für 30 Dollar, mal einen Flug oder ein Hotelzimmer für etwas mehr. Eigentlich könnte ich das auch alles mit der privaten Karte zahlen und dann abrechnen (mache ich ja derzeit auch), aber weil ich gern mal Schwierigkeiten
habe, alle Belege richtig zuzuordnen, wollte ich lieber eine Firmenkarte haben – dieses bisschen Convenience wäre mir immerhin 100 Franken jährlich wert gewesen.

Viseca Antrag 2006-11-30

Nun haben wir einen Brief bekommen, in dem steht, dass wir eine Bankgarantie brauchen, weil die Firma jünger als ein Jahr ist. Aber nicht über 5’000 oder 3’000 oder von mir aus auch 1’000 Franken, sondern über 10’000, denn das sei das Minimum für Firmen, wurde mir eben ergänzend am Telefon mitgeteilt. Keine Ahnung wieso. Bankgarantie geht so, dass die Bank das Geld einfriert, damit man davon zur Not immer seine Kreditkartenrechnung zahlen kann.

Mit anderen Worten: Ich soll 10’000 Franken auf die Seite legen, um vermutlich nie mehr als 500 im Monat ausgeben zu können? Klingt ziemlich dämlich.

Weisst Du, Viseca, was ich jetzt mache? Ich bestell eine M-Budget- oder Coop-Kreditkarte für CHF 0.- Jahresgebühr und nehm die einfach immer nur für Blogwerk-Ausgaben. Einfach, was? “Schweizer Kreditkartenmarkt in Aufruhr” seit Lancierung der Gratiskarten, las man allerorten, die UBS will nachziehen und so weiter – vielleicht kommt’s ja auch noch bei Euch an, aber ich werd’s nicht mehr mitkriegen.

slideshare, das Flickr/YouTube für PowerPoints

Peter Hogenkamp, 1. November 2006 um 18.12 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Drüben bei Fredy geschaut, ob er schon gebloggt hat, dass Christoph Brand CEO von Sunrise wird (hat er natürlich), und vor allem, ob er kommentiert hat, dass Jens Alder nichts damit zu tun hatte. Hat er natürlich auch und auf den Tagi verlinkt, der die besten Alder-Zitate zum Thema bringt:

Alder versicherte, dass er mit der Anstellung Brands nichts zu tun habe: «Ich habe ihn nicht rekrutiert; ich habe ihn nicht kontaktiert und ich habe keinen Vertrag mit ihm geschlossen», sagte er, «das hat TDC getan.»

Alder verwies in diesem Zusammenhang auf ein Abwerbungsverbot, das er bei seinem Abgang bei Swisscom unterschrieben habe und das noch weit ins nächste Jahr hinein gültig sei. Er sei nur um eine Referenz für Brand angefragt worden, die er «natürlich sehr gern» abgegeben habe.

Soviel zum Thema “Papier ist geduldig”.

Nun aber for something completely different. In den neuesten Post SwiNOG #13 hat Fredy Folien von einem Vortrag eingebunden, der seiner Meinung nach “auch für technische Laien einigermassen verständlich” war. Nun, ich verstehe kein Wort, aber das macht nichts, ich finde das von ihm verwendete Tool slideshare spannend.

Hab es gleich mal ausprobiert mit meiner Usability-Präsi vom letzten Samstag. Sehr problemlos alles, dauerte fünf Minuten inkl. Registration und Upload. Man sollte wohl Arial als Schriftart nehmen – Interstate war zwar ins Powerpoint-File eingebettet, aber das scheint nicht zu helfen.

Allerdings muss ich erst ein paar Präsentationen damit anschauen, bevor ich mich zu einem Urteil aufraffen kann, ob dieses Einbetten überhaupt viel zusätzlich nützt im Vergleich zu angehängten PDFs, die man ja auch schnell durchklicken kann. Als Betrachter kann man zum Beispiel Links in den Slides anklicken (sicher sinnvoll) und Kommentare zu einzelnen Slides abgeben. (Was ist der Use Case? Wie findet man die wieder?)

Aber toll ist doch an Web 2.0, das muss man schon zugeben, dass ich mir noch gar nicht im Klaren bin, ob ich das überhaupt sinnvoll finde, da habe ich mich schon registriert, Content eingestellt, vertaggt und alles. Wenn die Software auch nur 19 Dollar kosten würde oder die Mitgliedschaft 4.95, hätte ich das nicht gemacht.

Aber nun mal einen bisschen abstrahiert, was heisst das jetzt für das Web insgesamt? Wir haben schon lange eine Site zum Fotos sharen, eine zum Videos sharen, jetzt eine zum PowerPoint sharen – muss man für jeden Dateityp ein neues Startup gründen? (abgesehen davon, dass Google und Yahoo sowieso alle kaufen)

Würde theoretisch auch eine Art Importfilter reichen? Oder sind die Communities so verschieden, dass das Fileformat doch eine eigene Site fordert? PowerPoint ist dafür ein typisches Beispiel: Während es auf der einen Seite Millionen von Leuten gibt, die nur in Slides denken können (zu denen ich selbst auch gehöre, wenn ich ehrlich bin), gibt es auf der anderen Seite Milliarden, die Slides und Bullets und alles vermutlich ziemlich merkwürdig finden. Brauchen daher die PowerPoint-Enthusiasten ihre eigene Community? Oder ist die Community sowieso nicht soo wichtig, weil man die Inhalte vor allem in Blogs embedded, wo sie Element einer anderen Community sind? (Note to self: Mal rausfinden, wie viele Leute bei YouTube wirklich auf die Site gehen vs. die Videos eingebunden woanders gucken.)

Spannendes Thema, dieses Sharing verschiedener Formate, aus meiner Sicht heute noch nicht abzusehen, was es mit den Daten machen wird. Wir bleiben dran.

 

Tags: , , ,

BarCampZurich:
Meine Präsentation “30-Minuten-Usability-Test” zum Download

Peter Hogenkamp, 28. Oktober 2006 um 19.39 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Als ich zuhaus losfuhr, wusste ich nicht, ob meine Präsentation auf Deutsch oder Englisch sein würde. Habe die Slides dann mal auf Deutsch gemacht, weil ich dem die grösere Wahrscheinlichkeit beimass. Am BarCamp war ich dann – zufällig wohl – den ganzen Tag nur in deutschsprachigen Präsentationen, so dass ich gar nicht mehr auf den Gedanken kam, es könnte Englisch werden. Dann sassen plötzlich 50 Leute da, wow, und auf meine rhetorisch gedachte Frage, ob ich auf Englisch präsentieren sollte, gingen fünf Hände in die Höhe. Also gut. “Das Szenario ist die halbe Miete” heisst jedenfalls “The scenario is hald the rent.” Soo schwierig ist Englisch also auch wieder nicht.

Ganz hinten lief eine Videokamera mit, würde gern mal hören, wie oft ich gestammelt habe. Wenn es jemand hochlädt, verlinke ich es trotzdem.

Hier also die Slides:

Der 30-Minuten-Usability-Test für jedermann
PDF, 2.7 MB
PPS, 3.0 MB

Tags: , , ,

BarCampZurich:
Der 30-Minuten-Usability-Test für jedermann

Peter Hogenkamp, 28. Oktober 2006 um 11.29 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Habe mich entschieden, meine Präsentation zum Thema “Der 30-Minuten-Usability-Test für jedermann” zu machen (14.45 bis 15.30 Uhr).

Aussage: Ein Usability-Test braucht kein Riesenbudget, sondern man kann in einer halben Stunde eine Testperson testen. Natürlich ist das zu wenig, aber es ist viel mehr als gar nichts. Wenn man zum Beispiel eine Web-Applikation gebaut hat, und die Leute finden den Link zur Registration nicht, dann findet man das vielleicht mit einer Testperson schon raus. Der Nutzen dieser halben Stunde ist also riesig.

Auch selbstgemachtes User Centered Development liesse sich so denken: Man entwickelt jeden Tag acht Stunden, und um vier Uhr kommt jeweils eine Testperson und testet das heute entwickelte Feature bis halb fünf. Ich bin sicher, die Software wird doppelt so gut wie ohne.

Natürlich hat das nichts damit zu tun, was wir bei Zeix in Sachen Usability anbieten, aber das hier ist ja auch ein Techie-Publikum, von denen vermutlich keiner mal eben 20’000 Euro oder 30’000 Franken übrig hat.

Tags: , , ,