Alle 52 Artikel in der Kategorie Wirtschaft auf hogenkamp.com:

Zweitstockirritation.

Peter Hogenkamp, 9. Oktober 2007 um 15.16 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Irritierend finde ich es, wenn man im 2. Stock im Büro sitzt, das Fenster offen steht und plötzlich draussen einer daherspaziert kommt und mit einem Schwamm und einer Kelle aussen am Fenstersims rumwischt und -spachtelt.

Ja, ich weiss seit zwei Jahren, dass die Fassade renoviert wird, das Gerüst steht schon seit zwei Wochen (ein Einbruch gleich in der zweiten Nacht, Alarmanlage funktioniert), und ich ahnte, dass da draussen auch mal Gesichter nicht nur vorbeihuschen, sondern auch irgendwas was machen würden. So eine Fassade renoviert sich ja nicht nur dadurch, dass sie mal einen Monat lang keine Autos sehen muss.

Trotzdem. Ich möchte freundlich sagen: “Können Sie nicht in mein Fenster bitte angestrengt nicht reinschauen, wenn ich mal nicht da bin?”. Aber ich hab Angst, dass der Mann mich nur verständnislos anschaut, wie halt meist alle schauen, wenn ich sowas ausnahmsweise mal sage. Bei den Gerüstbauern sächselte einer - dem hätte ich’s gesagt.

Dabei wartet die Netzwoche so dringend auf meinen Artikel zu “User Participation auf Schweizer News-Sites”. Die per se sehr harzig ist und der Artikel somit auch.

“Breaking News” online 16 Stunden nach dem Radio

Peter Hogenkamp, 8. Oktober 2007 um 12.20 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

SAP will sich Business Objects einverleiben
SAP macht Jagd auf die “Business User”
http://www.inside-it.ch/articles/12138

Wie jetzt, Breaking News? Das hab ich gestern Abend um acht in den Radio-Nachrichten gehört. Hier ist die Pressemitteilung von gestern.

Heute um 11.19 Uhr geschrieben und 12.08 Uhr die Mail versandt erinnert mich irgendwie eher an Print-Speed.

Schöne Grüsse
Eure Tagebuchschreiber-Zentrale :-)

NET-Metrix-Profile

Peter Hogenkamp, 30. September 2007 um 8.50 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Hier lesen, wer mag.

Dichtung und Wahrheit - Vom Hörsaal ins eigene Start-up

Peter Hogenkamp, 20. September 2007 um 4.11 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

logo armedangelsDer Gewinner des Wirtschaftswoche- Gründerwettbewerbs, Anton Jurina, führt ein Gründertagebuch als Blog. Ich finde sowas sehr spannend, gerade weil mir vieles sehr bekannt vorkommt.

Wie eine Geschäftsmodell Form gewinnt. Hier berichte ich von unserer Zeit der ersten Idee bis zum Businessplan, Ansprache von Investoren, GmbH-Gründung und dem Gewinn des Gründerwettbewerbes.

Mein Lieblingsstelle:

18. Oktober 2006
Das Geld ist alle. Bisher haben wir unsere Ersparnisse und Einkünfte aus Nebenjobs verwendet. Inzwischen gibt es nichts mehr am Geldautomaten.

Das sollte ich jeder Angestellte, der sich über Start-ups lustig macht, ruhig mal zu Gemüte führen. Ist mir mehr als einmal passiert.

Anton Jurina habe ich im März beim Internettag in St. Gallen kennengelernt. Habe ihm hinterher gesagt, dass seine Idee toll finde, seine Bulletpoint-Präsentation eher langweilig war und viel Potenzial verschenkt hat - naturgemäss der Beginn einer langen Freundschaft. :-)

model 184

Die Firma hiess damals noch “chariTees” und hat sich nun in “armedangels” umbenannt. Auf die Frage, warum, mailt mir Anton: “Es kam ein entschlossener Anruf aus der Rechtsabteilung der Berliner Charite Klinik.”

Weiss nicht genau, wie gut “armedangels” als Brand für die weltweite Expansion geeignet ist, aber “chariTees” war eh nicht so mein Geschmack, vermutlich wegen des grossen Buchstaben in der Mitte.

Ich fürchte, die T-Shirts sind nicht so mein Stil (und nicht meine Grösse, auch die Herrenmodelle nicht), aber die Fotos im Shop sind allemal nett anzusehen. Und sie haben verlinkbare URLs. Da kann eigentlich schon nichts mehr schiefgehen! :-)

Viel Erfolg!

Wie ich die Dinge geregelt kriege - allerdings nicht alle

Peter Hogenkamp, 25. August 2007 um 14.56 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

9to5 WieichdieDingegeregeltkriege 2007-08-25

Link. Die Frage ist natürlich auch immer, wie man “geregelt kriegen” definiert. ;-)

“Berner Singles haben weniger als einmal pro Monat Sex”

Peter Hogenkamp, 25. August 2007 um 13.19 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Seit über zehn Jahren rege ich mich auf über die schwachsinnigen Hochrechnungen, wieviel Schaden durch Softwareklau entsteht. Microsoft schätzt, wieviel nicht lizenzierte Installationen es gibt, wie auch immer sie das machen (wenige 100 Leute anrufen und dann auf viele Millionen Leute hochrechnen, sonst eine beliebte Markt”forschungs”methode z.B. bei der Ermittlung der Leserzahlen von Printmedien, geht hier ja nicht). Und dann multiplizieren sie es mit dem Ladenpreis und haben den Schaden, der grundsätzlich in die Milliarden geht.

Damals an der Uni war es immer völlig klar, dass im ersten Semester niemand weit und breit in der Lage und zugleich willens gewesen wäre, mehrere hundert Franken für Office-Software auszugeben. Natürlich, damals kostete ein PC noch über 2000 Franken oder D-Mark, und das Geld haben die Leute auch irgendwie aufgetrieben, aber dann obendrauf noch Office für 650.- oder so (weiss den Preis nicht mehr, aber damals waren die Studentenversionen noch deutlich teurer) - niemals! Wenn Software völlig unkopierbar gewesen wäre, hätte man nach der Erfindung von OpenSource StarOffice genommen, und vorher etwas abgespecktes wie Works - aber vermutlich nicht das von Microsoft).

Ich habe vor Jahren mal einen sehr guten Artikel gelesen, den ich aber leider nie mehr wiedergefunden habe, dass das Quasi-Monopol von Microsoft nur entstanden ist, weil man eben die Software mehr oder weniger frei kopieren kann (oder damals konnte). Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten günstigere Anbieter eine Chance gehabt. Aber so raubkopiert(e), wer kein Geld hat (Studenten, Privatleute, Startups), und wenn man irgendwann erwachsen ist, hat man sich daran gewöhnt und kauft die Lizenz - zähneknirschend. Als wir bei Zeix endlich 15 Office-Lizenzen bestellt haben, bin ich fast hintenrüber geschlagen aufgrund des Preises für die Firmenversion (von denen es natürlich auch 27 Flavours gibt).

Christoph Hugenschmidt hat bei inside-it einen guten Artikel “Zahlen, Zahlen, Zahlen” geschrieben, in dem er etwas dasselbe moniert und noch seine zahlenverliebten Berufskollegen in die Pfanne haut (”Berner Singles haben weniger als einmal pro Monat Sex” - finde ich als Titel irgendwie noch sexier.). Nachrechnen scheint auch sein Hobby zu sein, denn über Software hatte er das auch schon mal geschrieben. Danke für beides.

Ein weniger offensichtlicher Grund für den Brain Drain

Peter Hogenkamp, 16. August 2007 um 19.15 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Gleich, fünfzehn Stunden, nachdem ich um 4.20 Uhr das Haus verlassen habe, wieder zurück. Gratis und franko und ohne konkrete Aussicht auf einen Auftrag 700 km weit gereist, um 15 Leuten etwas über Usability zu erzählen. Die waren auch alle sehr freundlich und aufnahmebereit, hatten allerdings einen Chef, der rein gar nichts wissen wollte, sondern sich in der Rolle gefiel, einem zehnmal hintereinander ins Wort zu fallen und jedes Mal das pure Gegenteil zu behaupten. “Aha, Hogenkamp kann nicht damit umgehen, wenn jemand nicht seiner Meinung ist.” Nö, vor allem bei Usability-Fragen, wo ja meist das Gegenteil auch irgendwie richtig ist. Aber ich finde es anstrengend, wenn jemand in einer Sitzung seine Energie vor allem darauf verwendet, allen zugleich sein Desinteresse (die ganze Zeit auf dem Laptop Mails beantworten) und seine Missbilligung zu zeigen. Als ich ein Video gezeigt habe, dass ihn offenbar am Stück interessierte, schaute er sehr verstohlen hin.

Während es passiert, kann ich sowas recht locker aussitzen bzw. -stehen. Danach ärgere ich mich aber umso mehr. Und denke: Gut, dass ich nur noch 50% Consulting mache und 50% Bloggen und so.

Doch halt. Auf der Rückfahrt fiel mir auf: Von den Top Fünf der schlimmsten Meetings und Präsentationen, die ich in elf Jahren Berufsleben hatte, waren drei in Deutschland. Was insofern frappierend ist, als ich schätze, dass von den vielleicht insgesamt 1000 Meetings und Präsentationen nur 25 in Deutschland waren.

Mit anderen Worten, gegenüber der Schweiz ist in Deutschland der Anteil der Leute, die einen zu Kurzen haben und das kompensieren, imdem sie sich manchmal für meinen Geschmack etwas arg extrovertiert geben, um den Faktor 60 höher als in der Schweiz.

Es sind eben nicht nur die niedrigen Steuern, die sauberen Strassen und die schön anzusehenden Berge, die machen, dass ich mich hier wohlfühle, sondern auch die Kultur, vor allem im Geschäftsleben.

Guter Kundenservice - über das Ende hinaus?

Peter Hogenkamp, 17. Juli 2007 um 9.56 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

So tönt es, wenn man nach sieben Jahren als Kunde - und somit über den Daumen geschätzt rund 10′000 Franken Umsatz - bei einem Web-Dienstleister kündigt, und das nicht, weil man ihn total scheisse findet, sondern weil man schlicht aus seinem Leistungsportfolio rausgewachsen ist, und nach über zwei Wochen um eine Bestätigung der Kündigung bittet:

Sehr geehrter Herr Murkowsky

Wir werden uns noch melden deswegen, es ist aber keine Eile angesagt, da unsere AGBs eine Kündigungsfrist von 6 Monaten vorsehen. Unsere Frau             wird Ihnen dann noch entsprechendes Feedback geben.

Mit freundlichen Grüssen

                             
Geschäftsleitung

Für mich heisst eine gute Kundenbeziehung, dass man nicht nur während der “Beziehung” gut miteinander umgeht, sondern sich auch im Frieden trennen kann. Ich habe einige Ex-Kunden, mit denen ich mich noch immer prima verstehe.

Knebelverträge mit absurd langen Kündigungsfristen sind allerdings das Gegenteil davon. Und solche beleidigte-Leberwurst-Dreizeilermails auch. Schade.

Möchten Sie für CASH daily auf dem nationalen und internationalen Wirtschaftsparkett tanzen?

Peter Hogenkamp, 13. Juli 2007 um 18.21 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Aus dem Newsletter des Klein Report von heute.

Interessant, dass CASH Daily rekrutiert. Dachte, die hätten erstmal 46 CASH-Leute unterzubringen, bzw. damals hiess es sogar, CASH Daily könne nur 5 Leute aufnehmen. Offenbar war keiner dabei, der “für CASH daily auf dem nationalen und internationalen Wirtschaftsparkett tanzen möchte”.

A N Z E I G E

CASH daily ist eine Publikation von Ringier, dem grössten Schweizer Medienunternehmen. Ringier beschäftigt rund 6 800 Mitarbeiter in 10 Ländern und verlegt mehr als 120 Zeitungen und Zeitschriften, produziert 20 TV-Sendungen und betreibt über 50 Websites sowie 11 Druckereien.

Reporter/in bei CASH daily (100%)

Ihr Job
CASH daily bietet nebst aktuellen Artikeln über Wirtschaft, Börse und Lifestyle auch Videos und Audios. CASH daily ist als gedruckte Tageszeitung jeden Morgen gratis an über 1 000 Kiosken und weiteren Verteilpunkten erhältlich. Als Reporter/in besuchen Sie für CASH daily Firmen-, Wirtschafts- und Gesellschaftsanlässe und berichten darüber. Der Job fordert von Ihnen Selbst- und Eigenständigkeit, auf der anderen Seite aber auch, dass Sie gerne in einem Redaktionsteam arbeiten.

Ihr Profil
- Sie haben Ihr journalistisches Können bereits unter Beweis gestellt.
- Sie sind kontaktfreudig und sprachgewandt.
- Sie reagieren spontan und schlagfertig dank Ihrer schnellen Auffassungsgabe.
- Sie kennen die wirtschaftlichen Zusammenhänge.
- Persönlichkeiten der Wirtschaftswelt aus dem In- und Ausland kennen Sie idealerweise durch das eigene Beziehungsnetz.
- Sie haben ein stilsicheres Auftreten und hervorragende Umgangsformen.
- Sie sind sich speditives Arbeiten gewohnt.

Möchten Sie für CASH daily auf dem nationalen und internationalen Wirtschaftsparkett tanzen? Dann senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an:

Ringier AG, Karin Holzweiss, Human Resources, Dufourstrasse 23, CH-8008 Zürich, mailto:karin.holzweiss@rin…..ch
www.ringier.ch

Paketbote mit eigenem Chauffeur

Peter Hogenkamp, 12. Juli 2007 um 8.05 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

pm zuverlassigErfahre gerade von unserem Zeix-Putzmann, der früher Paketbote bei der Post war, live beim Staubsaugen diese Schmonzette: Ein ehemaliger Kollege von ihm hat besoffen in alkoholisiertem Zustand einen Unfall verursacht. Natürlich ist der Führerschein/-ausweis für eine Weile weg.

Was nun passiert, kommt auf das Verhältnis zum Chef an: Die Varianten sind: 1. Rausschmiss (durchaus nachvollziehbar, finde ich; wenn man nun mal einen Job hat, bei dem man ihn braucht), 2. Innendienst, also irgendwelche Pakete von Hand durch die Gegend wuchten (unser Ex-Paketbote sagt das, als wäre das etwa gleichzusetzen mit einem Straflager in Sibirien), und 3. weiterarbeiten als Paketbote zusammen mit einem Chauffeur, der fährt, während er selbst nur aussteigen muss, das Paket abgeben und mit dem PDA rumpiepsen.

Da das so eine Art Stammtischgeschichte ist, muss man auch ein Stammtischargument bringen: “Für sowas haben sie Geld, aber in St. Gallen Rotmonten (eigene Filiale nach Wahl einsetzen) die Post dicht machen. Sauerei!”

Wollte noch schnell den obersten Zuständigen bei der Post bashen, aber musste auf der Seite “Konzernleitung” erfahren, dass er kürzlich verstorben ist, ein paar Monate vor Erreichen des Ruhestands im November 2007. Auch eine Art Stammtischthema: Herzliches Beileid. Und nichts für ungut wegen des Chauffeurs.

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  • Über mich

    Peter Hogenkamp, Unternehmer aus Detmold (NRW), seit 1990 in der Schweiz, Gründer mehrerer Startups, zuletzt und aktuell Blogwerk.
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