Alle 255 Artikel in der Kategorie Kommunikation auf hogenkamp.com:

NZZ-Kommentardiktaturkultur Wieso darf Lucky Luke jetzt doch?

Peter Hogenkamp, 7. März 2008 um 7.43 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Im November schrieb ich nach einer Veranstaltung über den «Kommentar-Elitarismus bei NZZ Online». Urs Holderegger erzählte damals von ihren strengen Regeln: Wer nichts Gescheites zu sagen hat oder seinen richtigen Namen nicht angibt, dessen Kommentar wird mitleidslos gelöscht. Seitdem wundere ich mich nicht weiter, wenn ich bei NZZ Online kaum Artikel mit Kommentaren sehe (natürlich, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber wir reden hier von einer Site mit 7 Millionen Visits im Monat).

Umso mehr wunderte ich mich eben, als ich unter dem Artikel zum Rücktritt des Kommandanten der Schweizergarde die folgenden drei Kommentare fand (immer von unten nach oben, was nervig ist, denn wenn sich Diskussionen entwickeln, muss man erst ganz runterscrollen):

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«Schweiz schlägt Deutschland an der EM» Yeah, right, UBS.

Peter Hogenkamp, 6. März 2008 um 8.51 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Heute in 20min: Tschechien wird Europameister. Und die Schweiz schlägt Deutschland im Viertelfinale. Das hat alles die UBS (die «Marktanalysten des UBS Wealth Management Research Teams»; diese Leute rechnen sonst Sachen aus wie diese: dass «die Währungen der Welt derzeit in einem groben Missverhältnis zueinander stehen».) streng mathematisch irgendwie ermittelt.

Einziger Beleg für die Methode: Damals, vor der WM, hatte man auch Italien als späteren Weltmeister vorhergesagt. (Von dieser Geschichte habe ich allerdings 2006 niemals etwas gehört oder gelesen, nicht vor, nicht während, nicht nach der WM).

Hm. Von einer Bank, die auch nach monatelangem Rumrechnen immer noch nicht genau sagen kann, ob sie ihr Engagement im amerikanischen Immobilienmarkt aus der Portokasse zahlen kann oder daran zugrunde geht, lasse ich mir gar nichts prophezeien.

Natürlich, UBS, versuchen kann man es, mal wieder ein bisschen andere PR zu machen, aber ich mach mir mal mir mal einen Kalendereintrag für den Tag nach dem Endspiel, und dann kommen wir darauf zurück.

Ich würde mich ja für die Schweizer freuen, wenn sie die Gruppenspiele überstehen, aber wenn sie auf Deutschland treffen, na ja, da muss man schon seehr durch die rotweisse Brille blicken…

OK, vielleicht, wenn es ein Elfmeterschiessen gibt. Hahaa!

«Für Usability lieber zum Spezialisten.»

Peter Hogenkamp, 5. März 2008 um 16.25 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Am 12. Februar schickte ich aus der S-Bahn diese spontane Mail an die Zeix-Partner:

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Swisscom, Lieblingsfeind der Journaille *gähn*

Peter Hogenkamp, 28. Februar 2008 um 21.58 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

«Des Kaisers neue Kleider» schreibt inside-it über das aus meiner Sicht bis jetzt vielversprechende, wirklich neuartige CI/CD der Swisscom.

Wir erinnern uns: Der Kaiser hat gar keine Kleider an, sondern läuft nackt durch die Stadt. Ist das neue Swisscom-Logo wirklich so schlecht, als hätte man gar keins an? Ich habe es heute schon mannshoch auf einem Dach am Zürcher HB gesehen, und ich finde, es hat was. Spontan fallen einem wirkliche Branding-Katastrophen aus jüngerer Zeit ein.

Aber der Autor analysiert ja fachkundig weiter: Es wird nämlich jetzt teurer, die Werbegeschenke zu bedrucken. Und neben dem Aussehen spielt im Fall am Ende auch die Qualität eine Rolle? Wir sind begeistert ob dieser Einsichten.

Ein eher mittelspektakuläres B2B-Angebot der Cablecom (Internet und VoIP-Telefonie in einem, sapperlot!)* dagegen zieht den Titel «Cablecom mit Rundum-Sorglos-Paket für KMUs», ein pressemitteilungswürdiger Titel (die tatsächliche heisst vergleichsweise schlicht «Cablecom business lanciert KMU-Lösung für Internet und Telefon».

Unter “rundum sorglos” stelle ich als KMUler eher noch ein, zwei andere Sachen vor, in diesem Fall mindestens wohl noch ein Mobiltelefonie-Angebot. Aber manche Leute sind offenbar ihre Sorgen schnell los.

* Ja, ich weiss, es ist jetzt entbündelt, daher ohne Swisscom-Grundgebühr, aber das konnte man sich ja nun an fünf Fingern abzählen, dass das jetzt kommen würde.

E-Mail vs. Post, Folge 2

Peter Hogenkamp, 27. Februar 2008 um 10.30 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Kam eben per -EMail, wie eine automatische Antwort auf meinen Post von vorhin:

Sehr geehrter Herr Hogenkamp

Das Muster des Vertrags ist nun bei uns eingetroffen. Soll ich es Ihnen per Post zusenden oder per E-Mail?

Freundliche Grüsse
(Vorname Nachname)

Ja, ich geb’s zu. Es sind noch nicht alle gleich weit.

Was soll man da schreiben? Nachdem wir fünf «lustige» Varianten diskutiert hatten, habe ich «Bitte per E-Mail» zurückgemailt.

Kommentarpolitik beim Wolf

Peter Hogenkamp, 26. Februar 2008 um 6.18 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Das nenne ich aber jetzt sehr restriktiv. Von wegen “Love is in the Air”.

wolf_kommentare_nicht_erlaubt_2008-02-26.png

Wollte hier kommentieren.

Ameisenbär Roger?

Peter Hogenkamp, 21. Februar 2008 um 10.45 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Man muss ja Schawinski nicht mögen, aber ob man ihn nun gleich als «seltenen Ameisenbär» bezeichnen muss, wie das .ch heute tut?

schawinski_ameisenbaer_2008-02-21.jpg

Es spamt Ihnen:
arcendo communications «CeBIT 2008 - Public Relations im grünen Bereich?»

Peter Hogenkamp, 21. Februar 2008 um 9.41 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Kaltakquisemail an die Zeix-Adresse:

Sehr geehrter Herr Peter Hogenkamp,

Sie präsentieren Ihr Unternehmen auf der CeBIT, und stellen sich vielleicht die Frage, ob Ihre PR-Bemühungen effizient und ausreichend sind.

Als erfahrene PR-Agentur für die IT- und High-Tech-Industrie sind wir darauf spezialisiert, Ihren Bedarf zu präzisieren und zu erfüllen. Unsere ausgezeichneten Kontakte zur Fachpresse können wir für Sie einsetzen und so z.B. wichtige Interviews für Sie organisieren. Ebenso kümmern wir uns gerne um Ihre Pressemappe und andere Aufgaben rund um die Messe.

Es ist nicht entscheidend, wie Sie uns kennen lernen. Wenn es nur ein wenig Unterstützung sein soll und zudem erfolgsabhängig, sind Sie uns ebenso wichtig wie im Falle einer längerfristigen Zusammenarbeit. Am Ende spricht nur der Erfolg für sich.

Auch jetzt können wir Ihnen zur CeBIT noch helfen. Oder wir treffen uns auf der Messe, um Ihren Bedarf und unsere Möglichkeiten zu besprechen. Hören wir von Ihnen?

Herzliche Grüße aus München,
Gabriele Waitz

________________________________

G a b r i e l e W a i t z
Business Development

arcendo communications gmbh
Sitz München | HRB 955 73
Geschäftsführer: Thomas Hertel

Kellerstraße 14 | 81667 Muenchen
gw@arc****.com | www.arcendo.com

Nehme an, das schicken sie an alle deutschsprachigen Firmen, die im CeBIT-Messekatalog auftauchen.

Seit gestern grüble ich, was der Satz heissen könnte: «Es ist nicht entscheidend, wie Sie uns kennen lernen.»

Moment mal. Haben die nicht mich angespamt? Müsste eigentlich ich mich schämen, wenn ich auf eine solche Mail antworte, und Frau W a i t z will mich von dieser Sorge befreien? Vielleicht wie bei Paaren, die sich in Internetkontaktforen kennenlernen und sich für Freunde und Verwandte eine andere Geschichte zurechtlegen?

Nee, grüner Bereich hin oder her, das ist mir zu forsch, ich glaub, ich trau mich doch nicht.

Aus dem Spam-Folder Wieviel Niggers und mit wem?

Peter Hogenkamp, 20. Februar 2008 um 22.57 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Optimierungsproblem - was will man lieber sehen:

bild-36.png

Hach, ist das cool mit dem Spiegel im Volltext seit Anno Tuck

Peter Hogenkamp, 15. Februar 2008 um 11.36 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Ich könnte ja den ganzen Tag nur in alten Spiegeln schmökern.

Hatte etwa von 1991 bis 1997 so gut wie alle Ausgaben auf dem Kleiderschrank meiner St. Galler Wohnung gesammelt, habe sie dann beim Umzug weggeworfen, was sich nun endlich als richtig rausgestellt hat.

Aber ausser Schmökern kann man auch sinnvolle Sachen machen, z.B. in alten Posts von sich selbst, in denen man den Spiegel zitiert hat, einfach jetzt im Nachhinein flott den Volltext verlinken. Gerade nach einem Kommentar von ugugu hier gemacht. (Ctrl-F “spiegel”) Liest das denn noch jemand, so dass sich das lohnt? Ist mir doch egal. Wenn es einer liest, freut er sich vielleicht über den Link.

Information wants to be free. Hab ich mal für Weltverbesserer-Blödsinn gehalten (vgl. TANSTAAFL), aber langsam glaube ich’s selbst - jedenfalls aus Nutzersicht. Die Serverrechnung muss allerdings immer noch irgendeiner zahlen.

Sehr guter Artikel übrigens auch von Johnny Haeusler zum Thema Wissenspluralismus, aber den habt Ihr ja schon alle um 6 vor 9 angeklickt.

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  • Über mich

    Peter Hogenkamp, Unternehmer aus Detmold (NRW), seit 1990 in der Schweiz, Gründer mehrerer Startups, zuletzt und aktuell Blogwerk.
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