SMS-Ersatz auf dem iPhone:
«Ping» 24 Stunden lang gratis

Peter Hogenkamp, 15. Dezember 2009 10:36 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Die iPhone-App «Ping» treibt Telekom-Managern den Angstschweiss auf die Stirn. Heute gibt es sie gratis. Hier der iTunes-Link.

Ping_gratis
Ping_gratis
Musste etwas schmunzeln, als ich neulich im Tagi ein Statement von Swisscom-Chef Carsten Schloter las. Ich nutze Ping, aber der eingesparte SMS-Betrag pro Monat ist so gering, dass ich das gar nicht wichtig fand (weil ich eh schon lange nicht mehr viel smse). Kumuliert sieht’s natürlich anders aus, und wenn ich ein Teenie wäre, sowieso.

Machen Sie sich wirklich Sorgen über den Umsatz in der Mobiltelefonie?
Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Für das iPhone gibt es ein Programm namens Ping, mit dem man SMS gratis übers Internet verschicken kann. Solche Dienste sind derzeit stark gefragt und setzen den Preis für SMS unter Druck.

Wir Zürich-Blogwerker nutzen Ping als Kanal für «Eilt, bitte sofort anschauen»-Nachrichten, weil Ping die Nachricht auf den Screen pusht. Also: «Kannst Du mir eine Cola vom Coop mitbringen?»; aber auch: «Kannst Du bitte sofort die Mail wegen XY lesen?» Ist redundant, aber funktioniert prima. Dass die Messages gratis ist, ist für uns kein Superkiller, wir würden sonst halt smsen, aber nett ist es natürlich trotzdem.

Es gibt Leute, die finden, das könne man auch mit Skype oder Fring machen, beide seien auf dem iPhone sogar gratis.

Aber für Ping gilt nun mal: Small is beautiful. Genaugenommen: Small is fast is beautiful.

Habe eben einen kleinen Geschwindigkeitsvergleich gemacht: Mit Ping kann ich Lea eine Message in 8 Sekunden schicken, ab Startscreen. Mit Skype dauert das gleiche 1:25 min. (Alles im Zeix-WLAN.)

Skype startet langsam, und wenn es endlich gestartet ist, dauert es nochmal ewig, bis ich zum User scrollen kann, den ich anklicken will (ich vermute, in der Zeit wird der Status jedes Users aktualisiert), dann wird dieser noch lange als offline angezeigt, und irgendwann konnte ich dann endlich die Message schicken – wohlgemerkt, während sie immer noch als offline angezeigt wurde. Dauert mir viel zu lange, diese eineinhalb Minuten wären mir locker die 20 Rappen wert, die eine SMS kostet. Anders bei Ping, und deswegen nutze ich es.

Im AppStore merken einige Kommentatoren an, «WhatsApp» sei besser. Keine Ahnung, ob das stimmt. Aber wenn man erstmal mit 20 Kontakten bei Ping ist, gibt’s natürlich schon wieder einen Lock-in.

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7 Kommentare

  1. roger
    schrieb am 15. Dezember 2009 um 11:23 Uhr (#)

    WhatsApp ist insofern besser, weil es kein neues Login braucht. Somit entfällt die Suche nach Namen der Freunde.
    Push Up bietet es genau so.
    Ich benütze mit einigen Bloggern diese Variante.

    1. Roland Studer
      schrieb am 15. Dezember 2009 um 13:51 Uhr (#)

      WhatsApp scheint leider im Moment gerade nicht im Store zu sein.
      Pings Interface sieht besser aus. Aber das schöne an WhatsApp ist, es bracuht nicht nur kein Login, nein es benutzt das Adressbuch. Wenn einer meiner Freunde WhatsApp auf dem iPhone hat, erscheint dieser bei mir auf der Kontaktliste.

  2. MacMacken
    schrieb am 15. Dezember 2009 um 11:28 Uhr (#)

    Aber wenn man erstmal mit 20 Kontakten bei Ping ist, gibt’s natürlich schon wieder einen Lock-in.

    Erstaunlich, dass Schloter dennoch behauptete, mit Ping könne man SMS versenden. SMS hat ja gerade den Vorteil, universell zu funktionieren und nicht bloss zwischen der gleichen Anwendung auf verschiedenen Geräten. Schloter scheint aber sowieso miserabel informiert zu sein – behauptet, Preise seien unter Druck, obwohl die Mobilfunkpreise in der Schweiz bestenfalls stagnieren, teilweise aber sogar wieder gestiegen sind.

    Ping funktioniert aber ohne Zweifel gut, zeigt aber gleichzeitig auf, wo eine grosse iPhone-Schwäche liegt: Fehlendes Multitasking nach Benutzerwunsch.

  3. MacMacken
    schrieb am 15. Dezember 2009 um 11:47 Uhr (#)

    WhatsApp ist insofern besser, weil es kein neues Login braucht.

    In der Schweiz ist WhatsApp momentan leider gar nicht erhältlich.

    1. roger
      schrieb am 15. Dezember 2009 um 16:33 Uhr (#)

      Ich hatte es vor 3 Wochen bei iTunes runtergeladen. Einer meiner Kontakte erst letzte Woche am Donnerstag Abend.

  4. Peter Sennhauser
    schrieb am 15. Dezember 2009 um 12:21 Uhr (#)

    Ping funktioniert aber ohne Zweifel gut, zeigt aber gleichzeitig auf, wo eine grosse iPhone-Schwäche liegt: Fehlendes Multitasking nach Benutzerwunsch.

    Und damit gibst Du auch eine sehr plausible Antwort dafür, warum das iPhone kein echtes Multitasking beherrschen darf: Weil damit Voip, IM und all die andern Anwendungen nutzbar werden, welche die Goldgruben der Telkos zuschütten. Auf Symbian- und Android-Geräten funzt das ja bereits alles. Aber das sind Handys für Geeks, und wenn die ein bisschen bei SMS sparen, muss das Herrn Schloter nicht beunruhigen; wenn aber die breite Masse dank eines modischen, einfach zu bedienenden Geräts plötzlich lernt, was Voip ist und dass man auf dem Handy statt teurer SMS auch IMs verschicken kann, dann kriegt das Problem eine andere Qualität. Und weil Apple ja nicht einfach nur Geräteverkäufer ist, sondern sich am Geschäft der Telkos beteiligen lässt, hat die Firma kein Interesse daran, dem Kunden die Werkzeuge zur Umgehung der exorbitanten 20 Rappen für 160 Zeichen in die Hand zu geben.

  5. MacMacken
    schrieb am 15. Dezember 2009 um 16:33 Uhr (#)

    Und damit gibst Du auch eine sehr plausible Antwort dafür, warum das iPhone kein echtes Multitasking beherrschen darf: Weil damit Voip, IM und all die andern Anwendungen nutzbar werden, welche die Goldgruben der Telkos zuschütten.

    Plausibel …

    Auf Symbian- und Android-Geräten funzt das ja bereits alles. Aber das sind Handys für Geeks, und wenn die ein bisschen bei SMS sparen, muss das Herrn Schloter nicht beunruhigen; wenn aber die breite Masse dank eines modischen, einfach zu bedienenden Geräts plötzlich lernt, was Voip ist und dass man auf dem Handy statt teurer SMS auch IMs verschicken kann, dann kriegt das Problem eine andere Qualität.

    … ich frage mich aber, was bislang benutzerfreundliche Software auf Symbian- und Android-Handys verhindert hat.

    Nokia-Smartphones beispielsweise sind im Funktionsumfang mächtig, aber die Bedienung ist eine Zumutung – das müsste nicht sein. Wieso zieht es Nokia vor mit dieser Art von Smartphones unterzugehen anstatt die Benutzerfreundlichkeit endlich deutlich zu verbessern?

    Und weil Apple ja nicht einfach nur Geräteverkäufer ist, sondern sich am Geschäft der Telkos beteiligen lässt, hat die Firma kein Interesse daran, dem Kunden die Werkzeuge zur Umgehung der exorbitanten 20 Rappen für 160 Zeichen in die Hand zu geben.

    AFAIK verfolgt Apple dieses Geschäftsmodell mittlerweile nicht mehr.

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