Finger weg von Ehrenämtern!

Peter Hogenkamp, 6. Februar 2008 um 21.49 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

Habe mich bereit erklärt, für eine soziale St. Galler Institution ein Blog aufzusetzen (eigentlich eine normale Website mit ein bisschen News, aber auf WordPress - das kann ich halt einigermassen). Die Grafik haben sie gezahlt, zum Non-Profit-Tarif direkt an einen Grafiker, den ich vermittelt habe; den Rest mache ich gegen Gotteslohn.

Zu Beginn war die Frage aufgekommen, wer initial die Texte einpflegt. Habe gesagt, das kann ich schon machen, und dann mache ich eine Schulung mit zwei Leuten, wie man sie später ändert.

Habe ihnen also Word-Templates geschickt zum Erfassen der Texte.

Heute rief mich die “Projektleiterin” an, ein Vorstandsmitglied der Organisation, und sagte, sie habe jetzt die Texte beisammen, es sei quasi eine Collage aus der Broschüre und aus verschiedenen anderen Dingen. OK.

“Ich wäre dir sehr dankbar, wenn ich dir das einfach so schicken kann.” - “Ja, mach nur. Aber wieso nicht mailen?” - “Es hat auch noch Fotos dabei.” - “Ach so, und die sind dann auf CD?” - “Ja, genau.” - “Und die Word-Texte sind auch auf der CD? In verschiedenen Dateien oder in einer?” - “Nein, die Texte sind ja eben einfach nur so zusammen gestellt. Wie gesagt, wir wären dir sehr dankbar, wenn wir das einfach so schicken könnten.” - “Ja ja, aber was heisst denn das, nur so zusammen gestellt?” - “Na ja, manches ist aus der Broschüre, und dann hat es auch ein paar handschriftliche Notizen dabei.” (kurze entsetzte Pause, in der ich mich sammeln muss) “Die Texte sind - nicht elektronisch? Alle?” - “Nein, eben wie eine Collage.” - “Ähm. Also ehrlich gesagt, als ich sagte, ich mache das gern selbst, da dachte ich eigentlich nicht daran, dass ich die Texte zuerst abtippen müsse.” - “Ja, wir haben halt alle keine Zeit.” - “Na ja, also ich habe auch nicht eben viel Zeit, und ich sitze sowieso alles in allem zwei Tage, bis das ganze technisch läuft, also ehrlich gesagt, ich wäre sehr froh, wenn das jemand von Euch wenigstens abtippen könnte. Kann das nicht XY (die vollamtliche Leiterin, im Gegensatz zu den ehrenamtlichen Vorständen) machen?” - “Nein, die hat auch keine Zeit. Weisst Du, wir haben eben alle wenig Zeit, und wir machen daher alle unsere Arbeit selbst, jeder für sich.”

Ich hab’s dann einfach aufgegeben und gesagt, ja dann schick halt. Wie soll man sonst auf einen gemeinsamen Nenner kommen?

Die folgende Diskussion, dass die Termine der Generalversammlung aber nicht in den öffentlichen Kalender dürften, sondern nur in einen passwortgeschützten, denn die gingen ja nur die Mitglieder etwas an, und den Exkurs, eigentlich hätten alle Angst, dass das ganze mit dem Internet sowieso viel zuviel zusätzliche Arbeit gäbe, gebe ich nicht im Detail wieder. Jedes Mal, wenn ich sanft dagegen halten wollte, hiess es: “Ja, du arbeitest halt jeden Tag damit, aber für uns ist das etwas anderes, wir empfinden das dann als Belastung, auch mental.”

Note to self: Das nächste Mal einfach die Fresse halten. Oder sowas: “Internet? Ja, habe ich auch schon mal gehört, dafür gibt es Firmen, glaube ich, die sowas machen; ich müsste auch im Telefonbuch nachschauen. Ich glaube, das solltest du am besten selbst machen.”

Zeitung 2.0 = letzte Amtshandlung vor der Rente

Peter Hogenkamp, 6. Februar 2008 um 21.03 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Aus dem Klein Report:

Neuer Chefredaktor für das «St. Galler Tagblatt» gesucht

Erst in anderthalb Jahren will Gottlieb F. Höpli als Chefredaktor des «St. Galler Tagblatts» zurücktreten, aber bereits jetzt laufen erste Inserate, um eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu finden. «Dass ich, Jahrgang 1943, erst 2009 gehe, hat mit dem Projekt Tagblatt 2008 zu tun, das ich noch bis zum Ende mitgestalten und zum Laufen bringen will», sagte er am Dienstag gegenüber dem Klein Report zu diesem Thema. Bei diesem Vorhaben geht es nach seinen Worten um eine Erneuerung von innen her. Neben der Anpassung von Blattarchitektur und Erscheinungsbild seien eine neue Arbeitsorganisation der Redaktion und deren Verlinkung mit dem Internetportal vorgesehen. So wolle sich das «Tagblatt» einen Newsroom und die Desk-Produktion geben, das sei «das Gebot der Stunde», betonte Höpli.

So muss es sein. Die Zeitung reformieren und dann in Rente gehen.

Ich kenne Herrn Höpli nicht, und seinen Nachfolger kenne ich natürlich erst recht nicht, aber wenn der 45 ist, gibt es wohl mehr als eine theoretische Chance, dass der für das Projekt besser geeignet wäre.

Umfrage-Profis gesucht

Peter Hogenkamp, 4. Februar 2008 um 13.55 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

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Hallo Benny

Nee, lass mal. Ich kriege in diesen Tagen gefühlt zwei Umfrage-Anfragen jeden Tag. Da konzentriere ich mich auf die weniger dilettantische Hälfte.

Viel Erfolg trotzdem.

Gruss, Peter

Support Fast Lane für Blogger

Peter Hogenkamp, 2. Februar 2008 um 9.02 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Es steht jeweils 2:0 für Swisscom Mobile (Mobile Unlimited Team, der Support-Bereich heisst Center of Competence Data Services), Novamedia und e-fon in Sachen Service (gegen wen auch immer).

Swisscom Mobile hat mich nach meinem Post mit dem verwirrenden Titel Could you do it slower - and with more? intensity? angerufen und mir angeboten, mir ein neues USB-Modem zum Testen zu schicken. Der Support-Teamleiter meinte, die Express Card habe generell wegen des Alu-Gehäuses des MacBook Pro einen schlechteren Empfang. Das könnte natürlich durchaus sein. Er hat mir dann am Donnerstag Abend das USB-Modem geschickt, das am Freitag schon um 7.30 Uhr morgens ankam. Coole Sache. Hab es im Zug gleich ausprobiert, und es lief tatsächlich besser. Details folgen.

Novamedia ist sowieso auch sehr nett. Nachdem ich mal einen Bericht über ihren Client geposted hatte, hat mir Jan Füllemann einen Aktivierungskey geschickt. Er liest weiterhin mit und hat sich auch hier wieder mit einem Kommentar gemeldet und mir eine Anleitung gemailt, wie ich ihre Software besser einrichten kann. Die muss ich nochmal nachvollziehen (wo ich jetzt wieder ein Modem habe - die andere Karte ist auch inzwischen “repariert”, muss sie nur noch abholen).

Der VoIP-Business-Anbieter e-fon hat auch einen ganz guten Support. Noch lieber als dort anzurufen treffe ich mich aber ab und zu mit dem CEO (für den wir den News-Bereich auf der Website als Blog aufgesetzt haben) auf einen Kaffee. Gestern musste er erstmal eine halbe Stunde Support machen, bis wir herausgefunden hatten, dass es einen Patch für Leopard des VoIP-Clients X-Lite gibt. Endlich kann ich auch auf dem Laptop wieder voipen.

Fazit: Die Firmen fangen an, Blogs wirklich systematisch zu monitoren, und das nicht nur Startups wie Novamedia, sonden auch Riesen wie Swisscom. Das heisst natürlich nicht, dass der Support automatisch auch besser wird auch für den, der im Laden steht oder beim Call Center eine Stunde in der Warteschleife hängt - aber ich denke, dass sich dieser neue Ansatz mittelfristig auch dorthin auswirkt, weil einfach “Support-Auswüchse” (die es wohl überall gibt) schneller den Weg vorbei an den Dienstwegen zu den Entscheidern finden. Das kann für uns alle, Blogger oder nicht, nur gut sein.

Bei NET-Metrix ist der Unique-Clients-Server (!) kaputt.

Peter Hogenkamp, 1. Februar 2008 um 22.44 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Seit vorgestern wurden bei NET-Metrix im internen Tool (also nicht in der öffentlichen “Ausweisung”, die einmal monatlich alle sehen können, sondern in dem passwortgeschützten, detaillierteren Tool für zahlende Abonnenten) die Unique Clients nicht mehr ausgewiesen.

Statt einer Liste kam einfach immer nur eine leere Seite. Ich hab’s recht schnell gemerkt, weil ich die Zahlen jeden Morgen anschaue und in ein Spreadsheet übernehme, um den laufenden Monat hochzurechnen.

Lustig ist ihre Art des Troubleshootings. Erst haben sie einen kleinen grauen Hinweis auf der Login-Seite gemacht, den ich natürlich nicht gesehen habe, weil dort sonst immer ein anderer kleiner grauer Hinweis steht.

Als heute vermutlich trotzdem immer noch zahlreiche Kunden danach fragten (war ja auch der Monatserste, der Tag, an dem man die Zahlen des Vormonats anschaut), haben sie die Option “Unique Clients” einfach aus dem Auswahlfeld bei der Abfrage genommen. Sehr gerissen. :-)

Als ich trotzdem nochmal nachfragte, ob man mir vielleicht die Daten der letzten beiden Tage von Hand raussuchen könnte, kam eine Antwort, bei der man sich etwas die Augen reibt:

Die Hardwarekomponente, die für die UC-Datenaggregation zuständig ist, ist defekt und muss ersetzt werden. Ein Zugriff auf die DB ist deshalb nicht möglich, bis die neue Hardware installiert und ein Restore der DB durchgeführt ist.

Wie? Die Unique Clients zählt ein anderer Server als die Page Impressions? Und die Hardware ist nicht redundant? Und sie ist nach über 48 Stunden - und auch noch zur wichtigsten Zeit des Monats - immer noch nicht ersetzt?

Hm. Wenn ich mich recht entsinne, kostet das Geld, da mitzumachen, und wir haben auch schon einiges gezahlt. (Das werde ich übrigens sehr oft gefragt - dieser Teil kann also auch als User Education interpretiert werden.)

Laut Online-Preisrechner Mit unseren 660′000 Page Impressions vom Dezember genau die Schnapszahl von 2222.- pro Jahr. Für 20minuten.ch mit 70 Mio. PI ist der Listenpreis CHF 24′000.

Und jetzt sind vermutlich erstmal alle im Wochenende. Eine Information der Kunden ist nicht erfolgt. Ehrlich gesagt, wenn ich ein wichtiger Kunde wäre, würde ich mich beschweren.

Ich lerne dich, du lernst mich, er, sie, es lernt uns…

Peter Hogenkamp, 1. Februar 2008 um 12.22 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Aus dem Klein Report von heute, bisher noch unkorrigiert:

Firefox lernt Internet Explorer das Fürchten

“Kauf Dich ein Deutschbuch - hat mich auch gehelft”, haben wir damals in der Grundschule gescherzt. Was wir damals nicht wussten: dass man auch ohne Deutschbuch Online-Journalist werden kann.

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  • Über mich

    Peter Hogenkamp, Unternehmer aus Detmold (NRW), seit 1990 in der Schweiz, Gründer mehrerer Startups, zuletzt und aktuell Blogwerk.
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