Schmutziger Donnerstag
Ich liebe St. Gallen ja das ganze Jahr über. Aber am meisten am “schmutzigen Donnerstag” (weiter nördlich “Weiberfastnacht”).
An diesem Tag treffen sich die Guggenmusiken in ihren selbstgeschneiderten Kostümen traditionell morgens um 6 Uhr (!) am Vadian-Denkmal und spielen danach rund 24 Stunden am Stück durch. Dass das nicht übertrieben ist, weiss ich, weil ich jahrelang in der Altstadt gewohnt habe, über einer in der “Fasnacht” populären “Beiz”. Wenn sich dort auf der Strasse zwei Guggen “duellierten”, war es bei mir im zweiten Stock in der Wohnung so laut, dass man sich nicht unterhalten konnte.
Hier ein Spontanvideo von heute morgen am Bahnhof.
[flash]http://www.youtube.com/v/FH4bPwzaX60[/flash]
Sorry fürs Übersteuern, ich hab einfach den Lapptop auf das Geländer gestellt und losgefilmt, konnte dabei logischerweise nicht reinschauen.
Und auch der Bildausschnitt mag auf den ersten Blick etwas eigenwillig sein, aber man könnte natürlich argumentieren, dass hier eigentlich nicht die Guggenmusik dokumentiert werden sollte, sondern die Diskrepanz zwischen schon um 7 Uhr in unbändiger Übermut herumhüpfenden Musikern und den vergleichsweise unbeteiligt die Treppe hochsteigenden Passanten auf dem Weg zur Arbeit.
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4 Kommentare zu diesem Artikel
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Ronnie Grob
Du siehst jedenfalls so aus, als hätte dich die Darbietung ziemlich geschafft. Ich bin kein Fan von extrem laut gespielten Coverversionen bekannter Hits, aber die Irritation der eingefahrenen Pendlerströme kann man nur befürworten.
Annett Altvater
Au weia, morgens um 6. Eigenwillige Choreographie, jedenfalls von den beiden Haudraufs ganz links.
Peter Hogenkamp
Annett, das waren drei, und ja, das sah sehr einstudiert aus, wie die plötzlich anfingen, im Kreis zu hüpfen. Ist halt nicht Salsa…
Peter Sennhauser
Und was sagt uns das alles? (frei nach Annettes Finanzberatungsposting):
In St. Gallen sind schon um sechs Uhr morgens schrecklich viele Leute unterwegs.
Während der Fasnacht sollten die SBB Gleisänderungen via SMS ansagen.
Das Mikrofon des MacBook Pro saugt nicht nur, wenn der Benutzer während einer Videokonferenz auf dem Mauspad rumschabt.