BILDblog funktioniert auch als GROSSEbuchstaben.de

Peter Hogenkamp, 18. Juli 2007 um 7.50 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Unter dem Titel Abgeblockte Blogger (Glückwunsch zum sensationellen Wortspiel!) schreibt das deutsche Manager Magazin über ein Gerichtsurteil, dass die Formel “unternehmensname-blog.de” unzulässig sei - siehe auch hier.

Das ist durchaus eine relevante News für Blogger, aber die Zusammenfassung, die der Autor gleich im Lead liefert: “Unternehmen dürfte es künftig wohl erheblich leichter fallen, lästige Blogger loszuwerden” ist natürlich völlig unsinnig.

“Domainraten” als Start einer Surfsession wird seit nunmehr zehn Jahren konstant überschätzt, wie zahlreiche Interviews mit Usern und die Erfahrung zeigen. Damals wurden horrende Summen für Domains bezahlt, und jetzt ist man beinahe wieder so weit, weil man von der irrigen Annahme ausgeht, die User setzten sich vor den Computer und tippten eine ihnen plausible URL ein.

Doch wer ist der grösste Online-Buchhändler? books.com? Nein, amazon.com. Das grösste Online-Auktionshaus? auction.com? Nein, ebay.com. Und so weiter. Die einzige relevante Überlegung bei Domain Namen ist, ob man sie sich einigermassen gut merken kann. Ich will nicht sagen, dass porn.com und sex.com überhaupt keinen Wert haben, aber er ist ziemlich sicher nicht 9.5 Millionen Dollar. Selbst in der Pornobranche dürfte man für diesen Betrag eine Menge SEO machen können, was meiner Meinung nach die bessere Strategie wäre.

bildbloglogoUnd bildblog.de, dem der manager-magazin-Artikel “Teil 4: Bildblog will weiterarbeiten” widmet? (Nebenbei, müsste es nach der o.g. “Formel” nicht sowieso “springerblog.de” heissen?) Natürlich ist BILDblog naheliegend, eingängig, leicht merkbar etc. - aber wenn es von Anfang an unter einem anderen Domain-Namen gelaufen wäre, hätte es heute keinen einzigen Leser weniger. “Notizenblog” zum Beispiel, nach ihrem Claim, oder “Boulevardblog”. Klingt jetzt natürlich merkwürdig, aber würde easy als Marke funktionieren.

Edit: Nach fünf Minuten Überlegen im Tram erschiene mir etwa “GROSSEbuchstaben” als ein zwar etwas langer, aber sehr eingängiger
Titel. Die BILD wird oft als “Die Zeitung mit den grossen Buchstaben” apostrophiert, wohl von Leuten, die es schon anstössig finden, nur den
Namen in den Mund zu nehmen (vgl. passend zum aktuellen Hype “He-Who-Must-Not-Be-Named”). Einmal gehört, nie mehr vergessen. Ich sage nicht, dass das der beste Vorschlag ist, aber: einen Tag überlegen, und man hat zehn weitere Vorschläge. Für BILD, für MLP, für die Deutsche Bank, für alle.

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Wir in der Schweiz können diese Aussage untermauern mit etwas mehr konkreten Erfahrungen nicht nur in den Bereichen Büchern und Auktionen, sondern auch einem Watchblog. Bis Ende 2006 war das Pendlerblog das einzig wirklich relevante Schweizer Watchblog. Der Name hatte nichts mit 20 Minuten zu tun, man hatte nicht mal eine eigene Domain (gemäss Kommentar hatten sie doch eine; spielt für die Aussage keine Rolle) - der ganze aktuelle Vorfall in Deutschland wurde durch die verwehrte Eintragung bei Denic angestossen -, sondern hostete bei Blogger. Trotzdem erlangte das Pendlerblog einige Popularität.

Fazit: Es ist ärgerlich, wenn man in der Wahl des Domainnamen eingeschränkt wird, aber es braucht nur eine Spur mehr Fantasie, um das auszugleichen - und es wird keinerlei Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Watchblogs haben.

Guter Kundenservice - über das Ende hinaus?

Peter Hogenkamp, 17. Juli 2007 um 9.56 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

So tönt es, wenn man nach sieben Jahren als Kunde - und somit über den Daumen geschätzt rund 10′000 Franken Umsatz - bei einem Web-Dienstleister kündigt, und das nicht, weil man ihn total scheisse findet, sondern weil man schlicht aus seinem Leistungsportfolio rausgewachsen ist, und nach über zwei Wochen um eine Bestätigung der Kündigung bittet:

Sehr geehrter Herr Murkowsky

Wir werden uns noch melden deswegen, es ist aber keine Eile angesagt, da unsere AGBs eine Kündigungsfrist von 6 Monaten vorsehen. Unsere Frau             wird Ihnen dann noch entsprechendes Feedback geben.

Mit freundlichen Grüssen

                             
Geschäftsleitung

Für mich heisst eine gute Kundenbeziehung, dass man nicht nur während der “Beziehung” gut miteinander umgeht, sondern sich auch im Frieden trennen kann. Ich habe einige Ex-Kunden, mit denen ich mich noch immer prima verstehe.

Knebelverträge mit absurd langen Kündigungsfristen sind allerdings das Gegenteil davon. Und solche beleidigte-Leberwurst-Dreizeilermails auch. Schade.

Aus tatsächlichen Gründen.

Peter Hogenkamp, 17. Juli 2007 um 7.02 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

ws BwkUlmPolizeisprecher aus Ulm über die Bombendrohung gestern im dortigen Bundeswehrkrankenhaus, heute morgen um 6.45 Uhr in SWR3 gehört:

“Im Moment haben wir aus ermittlungstaktischen, aber auch aus tatsächlichen Gründen keine weiteren Anmerkungen dazu.”

Heisst: Wenn wir etwas wüssten, würden wir es nicht sagen - aber wir wissen auch nichts.

Sau-, sau-, sau-…

Peter Hogenkamp, 17. Juli 2007 um 0.58 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Kleiner Schmunzler, welche Newsletter so direkt hintereinander ankommen (50 Minuten dazwischen). Malik MZSG und Media Markt.

Newsletter mediamarkt MZSG 2007-07-16

Sau-, sau-, sau-, sauteuer und saubillig also direkt nebeneinander.

3 Verbesserungsvorschläge mit konstruktiver Kritik für Citytrip

Peter Hogenkamp, 16. Juli 2007 um 5.17 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Bei trigami im Angebot für Blogger: citytrip.ch.

citytrip trigami 2007-07-16

Aufgabe: “Webseite testen, eine ehrliche Meinung schreiben und mindestens 3 Verbesserungsvorschläge mit konstruktiver Kritik einbauen.”

Tja, also nach Studium der Website fallen mir tatsächlich genau drei auf Anhieb ein:

citytrip 2007-07-16

  1. Uptime verbessern.
  2. Seitentitel setzen.
  3. Umlaut-Codierung mit Unicode umsetzen.

Möchten Sie für CASH daily auf dem nationalen und internationalen Wirtschaftsparkett tanzen?

Peter Hogenkamp, 13. Juli 2007 um 18.21 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Aus dem Newsletter des Klein Report von heute.

Interessant, dass CASH Daily rekrutiert. Dachte, die hätten erstmal 46 CASH-Leute unterzubringen, bzw. damals hiess es sogar, CASH Daily könne nur 5 Leute aufnehmen. Offenbar war keiner dabei, der “für CASH daily auf dem nationalen und internationalen Wirtschaftsparkett tanzen möchte”.

A N Z E I G E

CASH daily ist eine Publikation von Ringier, dem grössten Schweizer Medienunternehmen. Ringier beschäftigt rund 6 800 Mitarbeiter in 10 Ländern und verlegt mehr als 120 Zeitungen und Zeitschriften, produziert 20 TV-Sendungen und betreibt über 50 Websites sowie 11 Druckereien.

Reporter/in bei CASH daily (100%)

Ihr Job
CASH daily bietet nebst aktuellen Artikeln über Wirtschaft, Börse und Lifestyle auch Videos und Audios. CASH daily ist als gedruckte Tageszeitung jeden Morgen gratis an über 1 000 Kiosken und weiteren Verteilpunkten erhältlich. Als Reporter/in besuchen Sie für CASH daily Firmen-, Wirtschafts- und Gesellschaftsanlässe und berichten darüber. Der Job fordert von Ihnen Selbst- und Eigenständigkeit, auf der anderen Seite aber auch, dass Sie gerne in einem Redaktionsteam arbeiten.

Ihr Profil
- Sie haben Ihr journalistisches Können bereits unter Beweis gestellt.
- Sie sind kontaktfreudig und sprachgewandt.
- Sie reagieren spontan und schlagfertig dank Ihrer schnellen Auffassungsgabe.
- Sie kennen die wirtschaftlichen Zusammenhänge.
- Persönlichkeiten der Wirtschaftswelt aus dem In- und Ausland kennen Sie idealerweise durch das eigene Beziehungsnetz.
- Sie haben ein stilsicheres Auftreten und hervorragende Umgangsformen.
- Sie sind sich speditives Arbeiten gewohnt.

Möchten Sie für CASH daily auf dem nationalen und internationalen Wirtschaftsparkett tanzen? Dann senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an:

Ringier AG, Karin Holzweiss, Human Resources, Dufourstrasse 23, CH-8008 Zürich, mailto:karin.holzweiss@rin…..ch
www.ringier.ch

SWITCH nach Preissenkung unter Phishing-Verdacht

Peter Hogenkamp, 12. Juli 2007 um 14.16 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

SWITCH schreibt mir eine an sich erfreuliche Mail, denn ch-Domains werden billiger. Schon zum dritten Mal hintereinander. Vorletztes Mal (im Januar 2006) war die Registrierungsgebühr von CHF 40.- weggefallen, letztes Mal (im September 2006) wurde die Jahresgebühr von CHF 35.- auf 27.- gesenkt. Und nun auf 22.-

Das macht schon einiges aus. Ich registriere fast immer Namen in mehreren Schreibweisen. Nehmen wir als Beispiel hogenkamp.ch, hogen-kamp.ch, hogencamp.ch und hogen-camp.ch: diese vier hätten vor zwei Jahren noch 300 Franken auf der ersten Rechnung gekostet, und sind es noch 88. Nicht schlecht. Das ist das schöne, wenn man eine Stiftung ist und nicht gierige Aktionäre zufriedenstellen muss (wie die Blogwerk AG) - man kann die Skaleneffekte wirklich weitergeben.

Lustig fand ich allerdings die Anrede der Mail:

switch neuerungen 2007-07-12

Was schreiben andere zu dem Thema? Zum Beispiel die Thurgauer Kantonalbank:

Vorsicht vor betrügerischen E-Mails (Phishing)

  • Wie können Phishing-Mails erkannt werden:
    - Die E-Mails sind unpersönlich und haben keine Anrede. Die Cyberdiebe kennen meist nur Mailadressen und haben keine Namen dazu.

Arbeitgeber jetzt NOCH tauber!

Peter Hogenkamp, 12. Juli 2007 um 10.38 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Der Newsletter von Cash Daily war auch schon mal abwechslungsreicher.

cash-daily-newsletter 2007-07-12

Paketbote mit eigenem Chauffeur

Peter Hogenkamp, 12. Juli 2007 um 8.05 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

pm zuverlassigErfahre gerade von unserem Zeix-Putzmann, der früher Paketbote bei der Post war, live beim Staubsaugen diese Schmonzette: Ein ehemaliger Kollege von ihm hat besoffen in alkoholisiertem Zustand einen Unfall verursacht. Natürlich ist der Führerschein/-ausweis für eine Weile weg.

Was nun passiert, kommt auf das Verhältnis zum Chef an: Die Varianten sind: 1. Rausschmiss (durchaus nachvollziehbar, finde ich; wenn man nun mal einen Job hat, bei dem man ihn braucht), 2. Innendienst, also irgendwelche Pakete von Hand durch die Gegend wuchten (unser Ex-Paketbote sagt das, als wäre das etwa gleichzusetzen mit einem Straflager in Sibirien), und 3. weiterarbeiten als Paketbote zusammen mit einem Chauffeur, der fährt, während er selbst nur aussteigen muss, das Paket abgeben und mit dem PDA rumpiepsen.

Da das so eine Art Stammtischgeschichte ist, muss man auch ein Stammtischargument bringen: “Für sowas haben sie Geld, aber in St. Gallen Rotmonten (eigene Filiale nach Wahl einsetzen) die Post dicht machen. Sauerei!”

Wollte noch schnell den obersten Zuständigen bei der Post bashen, aber musste auf der Seite “Konzernleitung” erfahren, dass er kürzlich verstorben ist, ein paar Monate vor Erreichen des Ruhestands im November 2007. Auch eine Art Stammtischthema: Herzliches Beileid. Und nichts für ungut wegen des Chauffeurs.

Strom für Zürich plus 15 Minuten

Peter Hogenkamp, 11. Juli 2007 um 14.35 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

laptop strom 2007-07-11Puh. Mit eingeschalteter Mobile-Unlimited-Karte, aber ohne eingestöpseltes Netzteil bin ich jetzt schon bald wieder soweit, dass nach einer guten Stunde der Laptop-Akku leer ist. Eineinhalb Jahre altes Gerät.

Wo man Strom am Platz hat, kein Problem, dagegen ist in irgendeiner Bimmelbahn oder im deutschen ICE (ausser 3) schnell mal der Ofen aus.