Globalisierungsgegner, Ihr langweilt mich
Von Peter Hogenkamp am 22. January 2007 um 11:04 Uhr Kommentare (2)
Kategorien: Allgemein
Bin zwar in München, aber bekam gerade aus Zürich dieses Foto gemailt. Es zeigt die Fassade von Ernst & Young an der Badenerstrasse 47 (beim Zweierplatz). Aus meinem Bürofenster schaue ich genau darauf.
Globalisierungsgegner, Ihr seid ja sowas von unoriginell. Letztes Jahr am Tag vor dem WEF habt Ihr genau dasselbe gemacht, nur von der anderen Seite des Gebäudes. Und es hat etwa vier Monate und endlose Leiterwageneinsätze gedauert, bis es endlich wieder weg war. Ich will nicht mal argumentieren, dass es eh nichts bringt und der Firma wahrscheinlich ziemlich egal ist bis auf 50′000 Franken für die Reinigung, gegen die sie vermutlich noch versichrert sind. Nein, ich find’s einfach stinklangweilig, jedes Jahr denselben Scheiss zu machen; genauso langweilig wie jedes Jahr am 1. Mai die Fenster vom McDonald’s in der Langstrasse einzuwerfen. Denkt Euch doch mal was Cooles aus. Wo man sagt: “Hey. Das war eine lustige Idee, das bringt einige Leute zum Nachdenken über Globalisierung.” So denke ich nur: Loser.
Und übrigens: Die letztes Jahr konnten etwa doppelt so hoch werfen. Doppel-Loser.
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2 Kommentare
[…] Dem vorauseilenden zivilen Gehorsam dienend, von dem ich bereits heute Mittag wennauch nur wage und scheu andeutend sprach, verurteile ich nun die Störaktionen der Jungen, die den von der Welt gelobten Anlass WEF am Liebsten absetzen möchten. […]
hogenkamp.com » Blog Archiv » DLD: Impressionen und Nachlese
schrieb am 25. January 2007, 08:14 Uhr (Permalink zum Kommentar)[…] Bei der Bunte-Party im Bayerischen Hof (über die Frank Huber schon geschrieben hat: “Die wirklich süssen Bunte-Girls in weissen Jeans/Miniröcken und weissen Slippern waren für mich z.B. symptomatisch für die aktuellen Print-Konzepte.”) spreche ich mit Rolf Dobelli (geb. Döbeli, er hat seinen Schweizer Namen etwas internationalisiert, was viele Leute lustig finden, ich finde es legitim, wenn man halb in Florida lebt) von getabstract. Ich finde zum einen seine Leistung als Unternehmer sehr beachtlich – sie haben aus der Schweiz heraus eine weltweit arbeitende Firma aufgebaut – sondern auch, dass er nebenbei noch Romane schreibt. (Ausserdem bin ich recht stolz, dass ich einen zeitgenössischen Autor treffe, dessen Werk ich zu zwei Dritteln gelesen habe. “Fünfunddreissig” ist jedem Karrieristen um die 35 sehr zu empfehlen.) Wie schafft man das bloss? Er sagt, er schreibt in kleinen Portionen. Im Flugzeug hierher von Berlin (?) habe er wieder 20 Minuten geschrieben. Sein neues Buch kommt in drei Wochen und enthält nur Fragebögen zu allen Lebenslagen (gab es schon mal bei Max Frisch, sagt er, kenne ich nicht, aber ich erinnere mich an eine Fragebogen-Weltwoche-Ausgabe vor etwa zwei Jahren). Ich frage ihn noch nach Umsatzzahlen und wie sie eigentlich die Verlage kompensieren. Er sagt, das seien genau die beiden Geheimnisse, die er nicht verrate (ich freue mich, dass ich die sofort getroffen habe). Sie machen aber 60% des Umsatzes in den USA. Konkurrenten haben sie praktisch nicht, weil sie auch die einzigen sind, die Verlage wirklich beteiligen, das heisst alle anderen sind letztlich illegal, und daher würden weltweit operierende Firmen wie Ernst & Young (die mit den Farbbeuteln) niemals mit jemand anderem zusammenarbeiten. Beeindruckend. […]
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schrieb am 22. January 2007, 13:47 Uhr (Permalink zum Kommentar)