“Tubel Trophy” von Baby Jail

Peter Hogenkamp, 11. Januar 2007 17:37 Uhr, 10 Kommentare Kommentare

Heute mal etwas für meine deutschen Leser zum Üben, falls Ihr demnächst mal in die Schweiz kommt. Die Schweizer kennen das Lied alle.

Tubel Trophy

Es isch emal en Tubel gsi, e richtig miisi Fläsche
dä hät gmeint, e helli Huut, das sig e Frog vom Wäsche
Er hät gmeint bim Metzger wachsed d Servela im Garte
und überall wo d Sunne schint do gäbs e Glacécharte
Er hät dänkt er heg es Rächt uf Sicherheit für immer
hät sich vorgstellt, s Mami butzi s Läbe lang sis Zimmer

Es isch emal en Tubel gsi, dä isch am Stammtisch gsässe
Er hät gseit: Wär schaffe will, dä hät au öpis z Frässe
Er hät grüeft: Es isch e Schand, es isch e Katstrophe
Wännt en Chällner bruchsch dann chunnter grad mit sine Goofe
Er hät blödi Witz gmacht über d Neger und di Schwule
Er hät gseit: Ich zahl doch nöd no Schtüüre für di Fuule

Es isch emal en Tubel gsi, dä hät e Rundi Bier zahlt
und dänn handsem gseit, es gäb en Wettbewerb im Urwald
En Monet überläbe, ohni Bank und ohni Uuswiis
Nachhär dänn es Fäscht und no Zwei Kilo Gold als Hauptpriis
Si händem s Heftli zeiget mitem grosse Inserat
Deet isch ganz genau beschribe gsi, um was es gaht

Es isch emal en Tubel gsi, und e Beiz voll Psoffni
All händ gschroue: Tubel, mach doch mit bi däre Trophy
Er isch uf de Tisch ue gschtige, schtolz und ganz eleige
Er hät grüeft: Ja däne Affe gangis scho go zeige!
Er hät no es Bier pschtellt, und me hät en ghöre säge
Er seg au im Urwald jedem Neger überläge

Es isch emal en Tubel gsi, dä isch im Flugzüüg gschtartet
Und woner glandet isch, da hät sis Team scho ufen gwartet
Er isch fasch wienen König ine grosses Auto gschtige
Sini Hälfer händem Proviant in Rucksack bige
Tagelang sinds gfahre, bis as Ändi vo de Wält
Und dänn händs en deetglah, ohni Pass und ohni Gält

Es isch emal en Tubel gsi, dä isch am Bode kroche
S hätem öper s letschte grosse Abentüür verschproche
Er isch dräckig und elei im Dschungel umegloffe
ändlich hätter imne Dorf es paar Soldate troffe
Er hät grüeft: Jetz wili hei, so öpis isch kän Gschpass meh
Aber die Soldate händ nur gseit: Mir wänd de Pass gseh

Es isch emal en Tubel gsi, en zäche und en gsunde
Dä isch irgendwo, wiit furt vo da im Dräck verschwunde
Er hät nie begriffe, dass dä Wettbewerb, dä grossi
nume isch erfunde worde, zumen Tubel los si
Dihei i sinere Beiz, deet händs en zimmli schnäll vergässe
Und uf sim Platz isch scho glii en neue Tubel gsässe

Die Tubel-Trophy hät nöd nur zum Gschpass eso vill Schtrophe
Jede Tubel sölls begriiffe, und au d Philosophe
All ihr Tuble wo mit eune Tubel Schprüch husiered
All ihr Tuble, ihr wo jedem Tubel naamarschiered
Schtönd emal i d Schiisi, und am Griff wos hät deet ziehnder
Wänn ihr nüme da sind, dänn vermisst eu nämmli niemer

(Hätte es auch verlinkt, aber alle Top-10-Googletreffer-Lyrics-Sites haben dieselben doofen dummdreisten Popups. - Hier noch ein paar Details.)

Musste heute daran denken, weil ich im Zug von Bern nach Zürich gegenüber von einer Dreihergruppe sass (zwei wichtigwichtige Typen, davon einer in Jeans, einer in Nadelstreifen, eine dumme Blonde mit kurzen Hosen), die mit eine Stunde lang mit ihren Tubelsprüchen erfreut haben. Irgendwann kam mir das Lied den Sinn, und sofort ging es mir etwas besser.

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9 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Peter Hogenkamp

    schrieb am 11. Januar 2007 um 17:41 Uhr (#)

    Ach ja, kann mir noch einer sagen, was die Zeile “Wännt en Chällner bruchsch dann chunnter grad mit sine Goofe” soll? Ich versteh sie, aber kapier den Witz nicht.

  2. Ronnie

    schrieb am 11. Januar 2007 um 18:22 Uhr (#)

    Damit ist wohl der Familiennachzug bei der Einstellung eines ausländischen Serviceangestellten gemeint, wogegen der “Tubel” was einzuwenden hat offenbar…

    “Tubel Trophy” ist ein grossartiger Song, wie so viele der leider längst aufgelösten Band.

  3. Damian Amherd

    schrieb am 11. Januar 2007 um 20:51 Uhr (#)

    züridütscher Mundart-Pop - brrrr

  4. Fabienne

    schrieb am 11. Januar 2007 um 21:20 Uhr (#)

    Wieder ein toller Eintrag von Dir Peter! Du bringst einem zum Lachen find ich gut.

  5. Peter Hogenkamp

    schrieb am 12. Januar 2007 um 06:12 Uhr (#)

    Ronnie: Ach ja natürlich. Ich hatte mir irgendwie nur vorgestellt, wie der Tubel in der Beiz sitzt und der Kellner an den Tisch kommt. Aber solche Typen kommentieren natürlich auch gern mal Migrationsthemen.

    Damian: Die verlinkte Site sagt ja schon, dass “die Phalanx der berndeutschen Mundartdominanz” selten durchbrochen wird. Kenne ausserdem noch unpassendere Dialekte für Mundart-Pop.

    Fabienne: Hurra, mein erster Fan!

  6. Hardy Villwock

    schrieb am 14. Januar 2007 um 09:07 Uhr (#)

    Im Schwyzer Düütsch kann man die alemannische Herkunft gut erkennen. Ich vermute, Zürcher haben kein Problem Wiki in alemannisch zu lesen. Für einen Norddeutschen doch sehr gewöhnungsbedürftig.

  7. Peter Hogenkamp

    schrieb am 14. Januar 2007 um 09:10 Uhr (#)

    Meinst Du die alemannische Wikipedia? Ja, das klingt für mich, der ich eh die Unterschiede zwischen den Schweizer Dialekten nicht soo internalisiert habe, vor allem nicht, wenn es geschrieben ist, recht nah.

  8. H1-Tek

    schrieb am 17. Januar 2007 um 19:56 Uhr (#)

    Nice damit die Deutschen auch was zum lernen haben, schwizer dütsch und Züri for the president ^^

  9. Peter

    schrieb am 18. März 2007 um 20:54 Uhr (#)

    Das isch es affegeils Stück *ggg.


1 Trackback

  1. JacoBl?raquo; Blog Archive » Europa ist ja richtig clever
    (11. Mai 2007 00:00)

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